Die Bewohner des Evangelischen Altenzentrums mit neuer Soundbox im Xantener Kurpark. Ruth Pattay vom Förderverein und die Leiterin des Sozialen Dienstes, Beate Anhuf-Mölders, hatten Ludger Wehren von der Sparkasse am Niederrhein zum Platzkonzert eingeladen.
XANTEN. Zum Platzkonzert im Kurpark kommen die 15 Senioren aus dem nahegelegenen Altenzentrum überwiegend mit ihren Rollatoren. Ebenfalls auf Rollen erreicht die neue, riesengroße Soundbox ihren Einsatzort. Geschoben wird sie von Beate Anhuf-Mölders. Die Leiterin des Sozialen Dienstes verbindet ihr Handy sowie zwei Mikrofone mit der Musikanlage und fragt in die Runde: „Was wollen wir singen?“ – „Marmor, Stein und Eisen bricht“, kommt es zurück. Und schon erklingen die ersten Takte des bekannten Schlagers, begleitet vom gut gelaunten Seniorenchor. Die Soundbox beschallt mühelos den gesamten Park und zaubert Spaziergängern ein Lächeln ins Gesicht.
Die Beteiligten haben am Mittwoch, 9. September, das Buch „NS-Medizinverbrechen im Altkreis Moers. Zwangssterilisation und ‚Euthanasie‘ 1933 und 1945” vorgestellt. (Foto: pst)
MOERS. Ein wichtiges Buch haben die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Moers und der Verein ‚Erinnern für die Zukunft e.V.‘ am Mittwoch, 9. September, vorgestellt. Die Publikation „NS-Medizinverbrechen im Altkreis Moers. Zwangssterilisation und ‚Euthanasie‘ 1933 und 1945” arbeitet die Schicksale von Menschen auf, die wegen einer Erkrankung oder einer Behinderung Opfer der Nationalsozialisten waren. Sie wurden verfolgt, gefoltert oder getötet. „Wir erfahren durch das Buch, wer diese Menschen waren, wo diese Menschen lebten und was ihnen widerfuhr – was beim Lesen schwer auszuhalten ist. Das Buch macht sehr deutlich, dass unsere eigene Stadtgesellschaft Teil dieser dunklen Geschichte war. Die Publikation holt aber auch Menschen aus der Anonymität zurück“, erklärte Bürgermeisterin Julia Zupancic in ihrer Rede. Ähnlich äußerte sich Hildegard Hecker (Vorsitzende ‚Erinnern für die Zukunft e.V.‘): „Das Buch beleuchtet einen bedeutsamen und schmerzhaften Teil unser Lokalgeschichte.“ Die Vereinsvorsitzende betonte, dass das Werk den Opfern ihre Würde und ihre Namen zurückgibt.