Lina Meier-Ebert machte eineinhalb Jahre Work & Travel

Sechs Wochen arbeitete Lina auf einer Kiwi-Plantage in Neuseeland. Im Dezember war dort Hochsommer und Lina band den ganzen Tag Blätter hoch, damit die Früchte bis zur Ernte genug Sonne bekamen.

Sechs Wochen arbeitete Lina auf einer Kiwi-Plantage in Neuseeland. Im Dezember war dort Hochsommer und Lina band den ganzen Tag Blätter hoch, damit die Früchte bis zur Ernte genug Sonne bekamen.

Work & Travel Lina

 

NIEDERRHEIN. Nach dem Abi nahm sich Lina Meier-Ebert vor, mit Work & Travel Neuseeland und Australien kennenzulernen. Ihre Familie hatte zunächst Bedenken, ließ sie dann aber doch fort. Alles in allem blieb sie zuletzt eineinhalb Jahre. Heute sagt Lina, die derzeit eine Ausbildung bei unserer Sparkasse macht: „Ich habe so unglaublich schöne Erfahrungen gemacht und erlebt, dass man mit gesundem Menschenverstand und Vertrauen seinen Horizont deutlich erweitern kann.“

Im Oktober 2017 ging es los, im Rucksack ein Hin- und Rückflugticket und eine Reservierung für ein Hostel in Auckland. Das Zimmer und die Tickets hatte eine Agentur für Lina gebucht. „Es stellte sich aber schnell heraus, dass die Organisation eigentlich unnötig war, heute würde ich das alles selber buchen und dabei Geld sparen. Ein Angebot wie die Website Work & Travel unserer Sparkasse mit wertvollen Tipps und einer Checkliste hätte ich richtig gut gefunden, das gab es aber damals leider noch nicht“, sagt Lina rückblickend.

Im Hostel lernte sie Belinda aus Berlin kennen. Die beiden taten sich zusammen und fanden über eine Jobbörse für Work & Travel eine Familie, bei der sie ein wenig im Garten und im Haushalt helfen sollten. Lina: „Dafür konnten wir frei wohnen und essen.“ Nach fünf Wochen beschlossen sie weiterzuziehen und Geld zu verdienen. Sie kauften sich einen Camper und suchten sich einen neuen Job auf einer knapp sieben Stunden Fahrt entfernten Kiwi-Plantage. Lina: „Es war Dezember und damit Hochsommer in Neuseeland. Die Kiwis sind zu dieser Zeit noch nicht reif. Unsere Aufgabe war es, den ganzen Tag Blätter hochzubinden, damit die Früchte bis zur Ernte genug Sonne bekämen.“

In ihr Tagebuch, das Lina vom ersten bis zum letzten Tag führte und dort alle Details eintrug, schrieb sie: „Es ist sehr heiß, wir arbeiten neun Stunden am Tag, vier bis fünf Tage in der Woche, je nachdem, ob Regen ist, dann brauchen wir nicht raus.“ Pro Woche bekamen die Mädchen 900 Dollar, das sind umgerechnet etwa 550 Euro, abzüglich des Zimmers, das 200 Dollar kostete. Sie blieben sechs Wochen. Nach Weihnachten sagten sich die beiden: „Wir haben gearbeitet und Geld verdient, jetzt wollen wir etwas sehen.“

Mit ihrem Camper fuhren sie bis ganz hoch zur Nordspitze und später in die entgegengesetzte Richtung nach Süden. Eines der Highlights auf der Reise beschreibt Lina so: „Wir besuchten den Tongariro Nationalpark. Der höchste Berg dort dürfte vielen als Mordor aus dem Film ‚Herr der Ringe‘ bekannt sein.“ Am südlichen Zipfel der Nordinsel entschieden die jungen Frauen, fortan alleine weiterzureisen. Belinda hatte sich mit ihren Eltern zu einem Urlaub auf Hawaii verabredet, Lina wollte nun die Südinsel kennenlernen.

Sie arbeitet abwechselnd in der Küche eines Restaurants, schälte dort eine gefühlte Tonne Kartoffeln und wechselte später auf eine Farm. Zuletzt heuerte sie in einer Fabrik für Milchpulver an und machte zwischendurch immer wieder Ausflüge. Neun Monate gingen so um wie im Flug. Die ursprünglich geplante Zeit für Work & Travel war zu Ende, der Rückflug lange gebucht. Lina kehrte kurz nach Deutschland zurück, beantragte ein neues Visum und flog wieder zurück, um nach weiteren zwei Monaten in Neuseeland auch noch Australien kennenzulernen. Rückblickend sagt Lina heute: „Ich bin total froh, dass ich mich auf diese Zeit eingelassen habe, es war einfach wunderbar.“

Wenn sie sich heute mit ihrer besten Freundin Emma, die gleich nebenan wohnt, trifft, lachen die beiden darüber, wie dieses Abenteuer in Linas Leben überhaupt angefangen hat. Lina: „Wir lesen gerne und Emma gab mir eines Tages das Buch ‚Im Land der langen weißen Wolke‘ von Sarah Lark, eine Geschichte über die Ureinwohner Neuseelands, die Kiwis. Da wusste ich, dass ich dorthin muss.“

17. Mai 2021

Pressebild zum Download

{joomplucat:176 limit=99|columns=4}