Fechtclub von 1950 freut sich mit seinem Cheftrainer

Freuen sich über die Berufung Herbert Wagners (Mitte) zum Bundestrainer der Nachwuchsförderung im Florettfechten (v.l.) Marita Grundler, Manfred Falz, Dr. Peter Grundler, Walter Zyber, Winfried Schoengraf, Klaus-W. Tille und Ursula Nellen-Schneider

MOERS. Gute Nachrichten vom Deutschen Fechterbund. Sportdirektor Claus Janka hat Herbert Wagner, den Cheftrainer des Fechtclubs Moers (FCM), zum Bundestrainer für das Florettfechten ernannt. Der 63-jährige Wagner wird zukünftig die Nachwuchsarbeit koordinieren und Talente in der B-/A-Jugend und im Juniorenbereich (bis 20 Jahre) in der Disziplin Herrenflorett sichten und fördern.

Diese Zusatzaufgabe wird den engagierten Nachwuchstrainer des FCM aber nicht davon abhalten, auch weiterhin in Moers junge Talente zu trainieren. Seit 1990 leistet Herbert Wagner am Niederrhein hervorragende Nachwuchsarbeit, entdeckt und formt junge Fechterinnen und Fechter bis zur Weltspitze. Winfried Schoengraf, Vorstand der Sparkasse am Niederrhein: "Als Sponsor des Fechtclubs liegt uns die Jugendförderung besonders am Herzen. Daß diese in Moers überdurchschnittlich gut ist, zeigt die Berufung Herbert Wagners zum Bundestrainer."

Der Weltmeistermacher

Aus der Talentförderung des Fechtclubs Moers kamen beispielsweise die national und international sehr erfolgreichen Florettfechterinnen Martha und Monika Golebiewski. Mit David Hausmann und Benjamin Kleibrink gelang Trainer Wagner das Kunststück, 1999 und 2005 den Junioren-Weltmeister im Herrenflorett zu stellen. David Hausmann wurde später sechster im Mannschaftswettbewerb bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000.

Benjamin Kleibrink gehört mittlerweile zum festen Stamm der Florettnationalmannschaft; hat eine Bronzemedaille in der Mannschaft bei den Fechtweltmeisterschaften 2005 gewonnen und ist fünfter der Weltrangliste. In der laufenden Saison 2006 hat der frühere Wagnerschüler in Paris und im spanischen La Coruna bereits zweimal die gesamte Weltelite im Fechten geschlagen.

Größtes berufliches Glück

Direkt nach der Wende hat der ehemalige DDR-Säbelnationaltrainer (1975-1978) im Westen eine neue berufliche Perspektive gesucht und in Moers gefunden. Wagner arbeitete in Ostdeutschland zuletzt von 1985-1990 als Trainer im Sportinternat Leipzig. In Leipzig begann auch seine Trainerkarriere mit dem Studium an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und dem Abschluß als Diplom-Sportlehrer.

Als sein "größtes berufliches Glück" bezeichnet Wagner heute seine zweite Karriere in Moers am Niederrhein. Hier konnte er in einem familiären und gleichzeitig professionellen Umfeld endlich seine sportlichen Ideen frei verwirklichen. "Von Beginn an habe ich mich mit allen Verantwortlichen gut verstanden. Sie gaben mir den notwendigen Rückhalt für meine Arbeit und haben mir vertraut".

Vorläufige Altersgrenze: 70

Herbert Wagner ist Trainer aus Passion. "Ich gehöre zu den wenigen Menschen, die aus ihrem Hobby einen Beruf machen konnten", sagt er oft und kein Zuhörer zweifelt daran. Besonders dankbar ist der Erfolgstrainer seiner Ehefrau Renate. „Nur durch ihre Unterstützung kann ich meinem Beruf so engagiert nachgehen.“

Der neue Bundestrainer will auch noch über die Pensionsgrenze hinaus tätig sein. "Wenn die Gesundheit mitspielt, möchte ich noch bis zum 70. Lebensjahr weiter arbeiten. Schließlich ist ein erfahrener Trainer besonders wertvoll" lächelt Wagner augenzwinkernd.

3.4.2006