Vortrag in der Sparkasse: Kapitalmärkte in unruhigen Zeiten
Portfolio-Manager Nicolas Gruschka (4.v.l.) informierte im Heinrich-Goldberg-Saal darüber, wie sich in unruhigen Zeiten eine umsichtige Vermögensverwaltung aufstellen sollte. Nach seinem Vortrag beantwortete der Referent von der Frankfurter Bankgesellschaft und sein Kollege Klaus Becker (3.v.l.) sowie Sandra Steinebach, Jörg Pöhler, Harald Schönherr und Ann-Christin Klein von der Sparkasse am Niederrhein die Fragen der Zuhörer.
NIEDERRHEIN. Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, ihr Geld in Aktien und Fonds anzulegen. Die Sparkasse am Niederrhein berät daher in allen 23 Geschäftsstellen von Moers bis Xanten zu den Chancen und Risiken von Geldanlagen in Wertpapieren. Mit Nicolas Gruschka, Portfoliomanager bei der Frankfurter Bankgesellschaft, hatte sie jetzt einen Experten eingeladen, der angesichts von Krisen, Kriegen und KI-Boom eine klare Anlagestrategie bevorzugt: „Insbesondere in unruhigen Zeiten sollte man umsichtig und langfristig denken.“ Im Heinrich-Goldberg-Saal der Sparkasse schätzte Nicolas Gruschka die aktuelle Wirtschaftslage ein, beantwortete viele Fragen und verriet: „Supermärkte und Finanzmärkte haben manches gemeinsam.“
Im Blick auf die vergangenen eineinhalb Jahre sagt Nicolas Gruschka: „Der Ausnahmezustand ist zum Dauerzustand geworden.“ Als Beispiel für ein einschneidendes Erlebnis am Kapitalmarkt nannte er die Zusatzzölle von Donald Trump. „Der US-Dollar ist dabei gegenüber dem Euro so stark gefallen wie es letztmalig 1972 vorkam.“ Die daraus resultierenden Turbulenzen böten aber immer auch Chancen, so Gruschka. „In unsicheren Zeiten kaufen die Leute vorwiegend preiswerte Produkte ein“, so der Wertpapierexperte. Das gelte nicht nur für Einkäufe in den Supermärkten, sondern auch auf den Finanzmärkten.
Wenn allgemein in günstige Aktien investiert würde, könne man im Gegenzug oft die ein oder anderen Qualitätsaktie zu niedrigeren Kursen kaufen. Qualität, so Nicolas Gruschka, ließe sich dabei immer im Blick auf die Marktposition und Strategie der jeweiligen Firmen ablesen: „Wir setzen auf Unternehmen, die strukturelle und nachhaltige Wettbewerbsvorteile gegenüber ihren Konkurrenten haben.“ Konkret führe das dazu, so der Experte, dass starke Player ihre Preise erhöhen könnten ohne Kunden zu verlieren. Insgesamt blickt Nicolas Gruschka gelassen in die Zukunft: „Die Kapitalmärkte haben sich auf die Zollunsicherheiten eingestellt und insbesondere in den USA sehen wir sehr gesunde Unternehmen mit hohem Gewinnwachstum durch ihre Pole-Position bei den Schlüsseltechnologien.“
3.3.2026



