Andreas Pflüger eröffnet das 9. Krimifestival in der Sparkasse
Sparkassenchef Giovanni Malaponti (v.l.n.r.) begrüßte zum Auftakt des 9. Moerser Krimifestivals den zum dritten Mal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneten Autor Andreas Pflüger, die neue Festivalkuratorin Dr. Rita Mielke, Julia Neunzig (Bibliothek), Moderator Ulrich Noller und Anke Lüdeking (Moerser Literaturgesellschaft). 120 Krimifans waren in die Kundenhalle der Sparkasse am Niederrhein gekommen.
MOERS. Von vielen Kritikern wird Andreas Pflüger als Großmeister, Papst oder gar Gott des Thrillers gepriesen. Darüber kann der zum dritten Mal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnete Autor nur schmunzeln: „Ich bin kein Genie, die Grundlage meiner Bücher sind sorgfältige Recherche und ganz viel schriftstellerisches Handwerk.“ Zum Auftakt des 9. Moerser Krimifestivals las der 68-jährige Pflüger aus seinem aktuellen Roman „Kälter“. Die rund 120 Krimifans in der Kundenhalle der Sparkassen-Hauptstelle hingen gebannt an seinen Lippen. Zudem erfreute sich das Publikum an den Gesprächspassagen mit Moderator Ulrich Noller, bei denen sich Andreas Pflüger als pointierter Erzähler erwies.
Nach der erfolgreichen Thriller-Trilogie um die blinde Elite-Polizistin Jenny Aaron, widmete sich Andreas Pflüger vor drei Jahren mit „Wie Sterben geht“ der Welt der Spionage und Gegenspionage auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Spektakuläre Actionszenen und lakonische Dialoge gibt es auch im aktuellen Roman „Kälter“, doch hat Pflüger sein erzählerisches Repertoire noch einmal erweitert. Das zeigt sich insbesondere auf den ersten 60 Seiten, die den Leser in den vermeintlich beschaulichen Polizeialltag seiner Heldin Lucy Morgenroth auf der Insel Amrum hineinziehen. Damit packte der Autor auch das Publikum in der Sparkasse.
„In allen meinen Büchern ist das bestimmende Thema die Freundschaft“, betonte Pflüger, der überdies verriet, dass er in den Achtziger Jahren in West-Berlin Theologie studierte und zum Schein seine Cousine heiratete, damit diese die DDR verlassen konnte. Die Zuhörer erfuhren zudem von seiner Arbeitsweise: „Ich werde oft gefragt, ob mir das Schreiben Spaß macht“, berichtete Andreas Pflüger und führte aus: „Nur die Recherche macht Spaß, das Schreiben ist Bedürfnis, Zwang, Obsession und Qual.“ Er halte es mit dem Bergsteiger Reinhold Messner, der einmal auf eine ähnliche Frage geantwortet hatte: „Der Profi fängt da an, wo der Spaß aufhört.“
13.3.2026



