Neujahrsgespräch zum Thema Wirtschaft in der Stadtkirche

Sprachen in der Stadtkirche über die wirtschaftliche Situation und die die Sorgen vieler Menschen (v.l.n.r.). Moderator Dr. Claus Hagemann, Sandra Jungmaier, Nina Kemmerich und Giovanni Malaponti.

Sprachen in der Stadtkirche über die wirtschaftliche Situation und die die Sorgen vieler Menschen (v.l.n.r.). Moderator Dr. Claus Hagemann, Sandra Jungmaier, Nina Kemmerich und Giovanni Malaponti.

MOERS. Die steigenden Lebenshaltungskosten sowie die wirtschaftliche Situation in der Stadt und im Land waren jetzt in der Stadtkirche Ausgangspunkt für ein Neujahrsgespräch. Moderator Dr. Claus Hagemann hatte sich als Gesprächspartner die neue Enni-Vorständin Sandra Jungmaier, die Diakonin Nina Kemmerich und Sparkassen-Chef Giovanni Malaponti eingeladen. Im Fazit waren sich alle einig, dass die Schere zwischen Menschen, die genug zum Leben haben, und denjenigen, die sich zunehmend finanzielle Sorgen machen, deutlich größer geworden ist. Trotzdem sehen sie gute Gründe, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

Sandra Jungmaier, die bei der Enni seit August unter anderem für die Bereiche Bäder, öffentliche Sauberkeit und Friedhöfe verantwortlich ist, setzt auf Optimismus: „Wir investieren in diesem Jahr 70 Millionen Euro in die städtische Infrastruktur und halten beispielsweise an unseren Bädern und erschwinglichen Eintrittspreisen fest, obwohl ein Bad nicht mit Gewinn betrieben werden kann.“ Ganz praktisch empfiehlt die Mutter zweier Kinder: „Man sollte auch in schwierigen Situationen niemals den Kopf in den Sand stecken, sondern sich fragen, wie man eine gute Lösung findet.“

Nina Kemmerich, die die Begegnungsstätte der Grafschafter Diakonie in Hülsdonk leitet, kritisierte die überbordende Bürokratie: „Im Grunde ist es heute schon so, dass die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege mehr Zeit für die Dokumentation einsetzen müssten als für die Versorgung der Menschen, dass sie es nicht tun, ist ein gutes Zeichen für Menschlichkeit.“ Wie auch die anderen Podiumsteilnehmer sieht sie die Politik in der Aufgabe, die Lebensbedingungen der Menschen zu erleichtern, statt zu erschweren.

Giovanni Malaponti, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse am Niederrhein, bedauert: „Die Möglichkeit, eine eigene Immobilie zu kaufen, ist mit steigenden Preisen und Zinsen für viele ein unerreichbares Ziel geworden.“ Zugleich gebe es viel zu wenig sozialen Wohnungsbau und Wohnraum zu erschwinglichen Mietpreisen. Die soziale Frage, so Malaponti, sei eine der großen Zukunftsaufgaben. Bei den Unternehmen am Niederrhein nimmt der Sparkassen-Chef im Moment eher eine verhaltene Stimmung wahr, die auch damit zu tun habe, dass „viele händeringend nach Personal suchen“.

Moderator Dr. Claus Hagemann will im Laufe des Jahres zu weiteren Talkrunden zum Thema Wirtschaft in die Stadtkirche einladen.

26. Januar 2026

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