Kinder aus Gomel zu Gast am Niederrhein

Die Kinder aus Gomel freuten sich bei italienischem Eis über den Besuch der Sparkasse.

RHEINBERG. Die Freude ist den Kindern und Jugendlichen aus Gomel bei italienischem Eis deutlich anzumerken. „Die Stimmung ist sehr gut“, bestätigt auch Dolmetscherin Olga Michalkina. Die 44-köpfgige Gruppe aus Gomel bleibt drei Wochen lang am Niederrhein und genießt in Gastfamilien den Aufenthalt. In diesem Jahr haben sich 38 Gasteltern gefunden. „Wir haben einen alten Stamm, der uns den Rücken stärkt, aber auch immer wieder neue Gasteltern, die sich engagieren“, berichtet Ute Schreyer, Vorsitzende des Kinderhilfswerks Gomel. Die Rheinberger Hilfsorganisation kümmert sich seit 1991 um Kinder aus der Region um Tschernobyl.

Einladungen auf den Bauernhof, zu Grillfesten oder Ausflüge in die Gegend sorgen für ein abwechslungsreiches Ferienprogramm. „Eine ganze Region zieht mit“, bestätigt Ute Schreyer. Mit dabei ist seit Jahren die Sparkasse am Niederrhein. Sie unterstützte die Arbeit des Vereins jetzt erneut mit 1500 Euro. „Diese Kooperation liegt uns besonders am Herzen“, sagt Franz-Josef Stiel vom Vorstand. Dass der dreiwöchige Aufenthalt am Niederrhein eine hohe Lebensqualität für die Kinder aus Gomel bedeutet und gleichzeitig die Völkerverständigung fördert, betont die begleitende Ärztin Dr. Irina Wordomazkaja: „Drei Wochen Aufenthalt an frischer Luft und eine ausgewogene Ernährung sorgen für ein Jahr mehr Lebenserwartung.“

„In der Gegend rund um Tschernobyl ist die Verstrahlung noch enorm und bestimmt das Leben der Menschen“, so Ute Schreyer. Mit ihren Gastfamilien verbindet die Kinder aus Gomel eine feste Freundschaft, die inzwischen schon über Jahre hält. In diesem Jahr hat die Xantener Familie Mansour erstmalig ein Mädchen aufgenommen. Die zehnjährige Jana hat sich bereits mit den siebenjährigen Zwillingen Leah und Laura angefreundet. „Die Kommunikation funktioniert. Wenn nichts mehr geht, dann klappt es mit Händen und Füßen. Die Kinder haben ihre eigene Sprache entwickelt“, erzählt Heike Mansour. Bald kehren die Kinder nach Gomel zurück. Eine 36-stündige Busfahrt liegt dann vor der Reisegruppe. „Schön wäre es, wenn Jana nächstes Jahr wieder zu uns kommen könnte“, sagt Heike Mansour.

9.7.2008