Erstes Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen

Ein Team, das seine Überzeugung dokumentiert: Der Vorstand der Sparkasse am Niederrhein. Von links: Frank-Rainer Laake, Bernhard Uppenkamp, Winfried Schoengraf, Karl-Heinz Tenter, Franz-Josef Stiel und Giovanni Malaponti.

NIEDERRHEIN. „Wir haben unser erstes Geschäftsjahr als Sparkasse am Niederrhein erfolgreich abgeschlossen. Das Haus hat bewiesen: es ist gut für die Region!“ Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Tenter spielte zum Auftakt der Jahresbilanz-Pressekonferenz auf die bundesweit wie auch lokal laufende Kampagne „Sparkassen – gut für Deutschland“ an. Man habe angesichts widriger Rahmenbedingungen ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt und überdies den gesetzlich verankerten öffentlichen Auftrag geradezu vorbildlich erfüllt. Spenden und Stiftungsausschüttungen flossen 2004 umfangreicher als im Jahr zuvor.

Die Bilanzsumme verringerte sich mit 3.045,4 Mrd. Euro geringfügig gegenüber 2003 (3.068,6), der Jahresüberschuß lag mit 5,7 Mio. Euro ähnlich wie im Jahr zuvor (5,6), und beim Kreditvolumen ergaben sich leichte Steigerungsraten: Im Berichtsjahr betrug der Bestand 1.930,5 Mrd. Euro. Im Jahr 2003 waren es 1.918,2 Mrd. Euro.

Neue Kredite: 241 Mio. Euro

Insgesamt vergab das größte Kreditinstitut im Kreis Wesel rund 241 Mio. Euro an neuen Krediten. Davon flossen 63,8 Mio. Euro in den Wohnungsbau und 73,3 Mio. an gewerblichen Investitionsdarlehen in den mittelständischen Bereich. Die Konsumentenkredite, Umschuldungen und sogenannte Betriebsmittelkredite machten mit einem Volumen von rund 104 Mio. Euro den größten Teil des Kreditgeschäftes aus. Überdies vermittelten die Kundenberater der Sparkasse 25,9 Mio. Euro an öffentlichen Fördermitteln. Rund zwei Drittel davon flossen in den privaten Wohnungsbau, ein Drittel in den gewerblichen Bereich wie etwa Existenzgründungen.

Die Sparkasse stellt fest, daß weniger gebaut wird und die Kunden weniger Kredite zum Kauf eines Eigenheimes oder einer Eigentumswohnung aufnehmen. Dem niedrigen Zinsniveau und einem reichhaltigen Angebot auf dem Immobilienmarkt stehe ein gewisser Sättigungsgrad gegenüber.

Viel Sonnenschein herrschte beim außerbilanziellen Versicherungsgeschäft im Verbund mit der Provinzial. In der Sparte Altersvorsorge/Lebensversicherungen wurden 3309 Verträge abgeschlossen gegenüber 1745 in 2003. Die Beitragssumme erhöhte sich um rund 12 Mio. Euro auf über 47 Mio. Euro.

Freundliches Wertpapiergeschäft

Der Wunsch nach täglicher Verfügbarkeit des Anlagekapitals ist derzeit besonders stark ausgeprägt; die Lockangebote von Direkt- und Autobanken unterstützen dieses Anlageverhalten zusätzlich. Dies hinterließ Spuren im klassischen Sparbereich. Die Kundeneinlagen sanken gegenüber 2003 (1.964,9 Mrd. Euro) auf 1.946,5 Mrd. Euro im Berichtsjahr. Freundlich entwickelte sich hingegen weiterhin das Wertpapiergeschäft. Hatte der Umsatz bei den Wertpapieren 2003 noch bei rund 127 Mio. Euro gelegen, so betrug er im Berichtsjahr 147 Mio. Euro.

Herausgestellt wurde in der Pressekonferenz die kontinuierliche Förderung sozialer, sportlicher und kultureller Belange im Geschäftsgebiet, das die Städte Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und Xanten sowie die Gemeinden Sonsbeck und Alpen umfasst. Zahlreiche Vereine, Verbände und Organisationen profitierten 2004 wieder von den Spenden (487 000 Euro), dem Prämienspar-Zweckertrag (197 000 Euro) und zahlreichen Sponsoring-Maßnahmen. Die Stiftungsausschüttungen wurden auf rund 239 000 Euro gesteigert (2003: 212 000). Die letztgenannten Zuwendungen werden sich künftig weiter erhöhen, da das Stiftungskapital jüngst um zwei Millionen Euro aufgestockt wurde.

Die Versorgung der Bevölkerung mit allen Bankdienstleistungen, die Ausstattung der heimischen Wirtschaft mit Krediten und die Pflege ihres Geschäftsstellennetzes sieht der Vorstand der Sparkasse am Niederrhein weiterhin als Eckpfeiler der Aufgabenstellung an. Mit 43 Geschäftsstellen werde man auf absehbare Zeit in der Fläche präsent bleiben. Zur Zeit zählt das Kreditinstitut 872 Mitarbeiter. Es gehört zu den größten Arbeitgebern und Steuerzahlern in der Region. Zum 1. August 2005 werden 15 neue Auszubildende eingestellt, die Gesamtzahl der „Azubis“ wird dann bei 52 liegen.

„Unser größtes Kapital“

„Ich habe den Eindruck, die Fusion läge nicht nur ein gutes Jahr, sondern bereits mehrere Jahre zurück,“ erklärte Karl-Heinz Tenter. Die komplette Umstellung der EDV auf das sogenannte One-System-Plus sowie die Verankerung grundlegender Veränderungen im Kreditgeschäft nach den aufsichtsbehördlichen Mindestanforderungen („MaK“) seien unter erheblichen Belastungen der Belegschaft („unser größtes Kapital“) gemeistert worden. Die Sparkasse präsentiere sich in einer geradezu idealen Größe, um über viele Jahre hinweg ihrem gesetzlichen Auftrag und der gesellschaftlichen Verantwortung im Geschäftsgebiet gerecht werden zu können. Nach der Größenordnung liegt die Sparkasse am Niederrhein unter insgesamt knapp 500 Sparkassen in Deutschland etwa an 80. Stelle.

4.5.05