Buchprojekt: Rheinberg im Nationalsozialismus

RHEINBERG. Aus historisch bedeutsamem Anlaß – Kriegsende vor 60 Jahren – will die Stadt im Jahr 2005 ein Buchprojekt unter dem Arbeitstitel „Rheinberg im Nazionalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg“ verwirklichen, zuderm soll voraussichtlich im März eine größere Ausstellung mit Fotos vom zerstörten Rheinberg in den Räumen der Sparkasse an der Bahnhofstraße gezeigt werden. In einer Pressekonferenz dankte Bürgermeister Hans-Theo Mennicken jetzt den Gremien der Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg, die mit erheblichen Mitteln die Publikation und die Ausstellung fördert.

Der Historiker Dr. Ralph Trost, der sich bereits durch eine vergleichbare Veröffentlichung zur Geschichte Xantens einen Namen gemacht hat, ist mit der wissenschaftlichen Bearbeitung des Projekts beauftragt worden. Als Grundlage dient ihm das inzwischen vergriffene Buch „Erinnerungen an eine Schreckenszeit“ von Heinz Janssen, desse besonderer Wert in seiner Darstellung als Zeitzeugenbericht liegt.

Die Fortschritte beim Verfassen des Buches will Dr. Trost öffentlich sichtbar machen: In Vorträgen in der VHS oder in Schulen, bei der Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden, bei Stadtführungen oder beim Aufsuchen von Zeitzeugen. Ein besonderes Lob des Historikers galt in der Pressekonferenz dem Stadtarchiv Rheinberg bzw. dessen Leiterin Sabine Sweetsir: „Ich habe selten ein so gut geführtes Archiv gesehen wie das in dieser Stadt!“ Der Autor sprach weiterhin von einem Buch, das auf wissenschaftlicher Grundlage stehen werde, gleichwohl ein „Lese- und Erzählbuch mit Fotos“ sein werde. Zum Jahresende 2005 soll das Buch fertig sein.

Als Vorsitzender des Kulturstiftungsvorstandes betonte Sparkassendirektor Franz-Josef Stiel, daß das Buch Hilfestellung geben könne „zu verhindern, daß sowas, wie es im Nationalsozialismus geschehen ist, jemals wieder geschieht!“ Zeugen des Geschehens werde es in absehbarer Zeit nicht mehr geben, umso wichtiger sei die Rolle des Buches zu sehen. „Wir müssen auch künftig Antworten finden, wenn die Kinder fragen, wie das denn damals war.“ Es sei daher besonders wichtig, sagte Franz-Josef Stiel, daß das Buch nicht allein wissenschaftlichen Ansprüchen genügen solle, „sondern daß es auch lesbar sein wird.“

11.1.05