Hauptmenü

Für 50 Euro aus dem “Jungheits See “ trinken

Gemalte Kinderbilder: Kalender 2001 der Sparkasse

MOERS. Der Traum von der ewigen Jugend ist älter als der älteste Kalender der Welt. Im jüngsten Kalender der Sparkasse Moers, den das Kreditinstitut in jedem Jahr gratis an seine Kunden weitergibt, gibt diese Vision dem Dezember 2001 Farbe.

Die dritten Schuljahre von elf Grundschulen im Geschäftsgebiet der Sparkasse Moers hatten sich an einem Malwettbewerb für den Kalender beteiligt. Unter mehr als 300 Einsendungen zum Thema "Meine Welt heute und im Jahr 2050" hatte die Jury die Qual der Wahl. "Die Auswahl fiel nicht leicht, eigentlich hätten es alle eingesandten Bilder verdient, in unserem Kalender Platz zu finden", so Marketingdirektor Manfred Falz.

20.000 Exemplare in 32 Geschäftsstellen

Mit Wasserfarben, Filz- und Buntstiften brachten die Kinder ihre heutige Erfahrungswelt und ihre Vorstellungen von der Zukunft zu Papier. Im Kunstunterricht sowie an eigens veranstalteten Projekttagen betrachteten sie das Thema außerdem unter verschiedenen Aspekten wie "Meine Stadt", "Ich", "Meine Sparkasse", "Mein Traumhaus" oder "Tiere". Im April wundert sich eine noch zaghafte Sonne über das Phantasietier von Simon Hilbig mit Elefantenkopf, Giraffenhals, Fliegenleib und Tiegerfüßen. Dem August verleiht Ibrahim Hititis "Freund" das Gesicht. Und Michelle Schernus zeigt im Dezember ein jugendliches Bild des Jahres 2050. Für 50 Euro kann dort jeder ein Glas Wasser aus dem "Jungheits See" trinken.

Die Kalender für Kunden der Sparkasse Moers lagen in allen 32 Geschäftsstellen zwischen Moers und Xanten zur kostenlosen Abholung bereit. Die druckfrischen Exemplare erhielten selbstverständlich die kleinen Künstler, die die Sparkasse in ihr Casino zu Kakao und Kuchen eingeladen hatte. Das neu gewählte Hochformat verdankt der Kalender zahlreichen Anregungen aus dem Kundenkreis. Manfred Falz. "Handschriftliche Eintragungen sind jetzt eher möglich." Der Kalender liegt in einer Auflage von 20.000 Stück vor.

Beste Aufnahme mit einer 60 Jahre alten Kamera

Schüler nahmen "Stadtzeichen" vor die Linse

MOERS. Obwohl sie zum Teil mehrere Meter groß sind, übersieht manch zufälliger Passant die Skulpturen des Künstlers Paul Fuchs. "Im Stadtbild und vor Hausfassaden gehen die Kunstwerke leicht unter", sagt Frank Schäfer, Lehrer am Gymnasium Filder Benden. Sieben weiterführende Schulen in Moers hatten sich am Foto-Wettbewerb der Rheinischen Post beteiligt. Die Schülerinnen und Schüler nahmen die ausladenden Skulpturen vor ihre Linsen, manche bearbeiteten sie zudem im Computer. Unter 60 eingereichten Fotos hatte die Jury die Qual der Wahl.

Zwei Nachmittage

Astrid Goertz und Nadine Neuse aus der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums Filder Benden strahlten, als ihnen RP-Kulturredakteurin Irmgard Bernrieder bei der Ausstellungseröffnung den ersten Preis überreichte. Mit einer rund 60 Jahre alten russischen Panoramakamera war ihnen aus Sicht der Jury die schönste Aufnahme gelungen. Betreut hatte die Arbeit Literatur-Lehrer Frank Schäfer: "Vorab waren wir die Geschichtsstationen in der Innenstadt abgegangen und die Schülerinnen hatten den Auftrag, darüber Referate zu halten." Für die tollen schwarz-weiß Aufnahmen nahmen sich die beiden Gewinnerinnen zusätzlich zwei Nachmittage Zeit. Astrid Goertz: "Mit der Panoramakamera konnten wir besonders gut die Höhe und Weite der Skulpturen einfangen."

Völlig anders näherten sich die Schülerinnen des Grafschafter Gymnasiums der Ausstellung "Stadtzeichen". Sie machten einzelne, kleinere Aufnahmen und bearbeiteten sie im Computer nach. Im Kunstunterricht und nach einem Schnellkurs im hauseigenen Fotolabor entstanden daraus Collagen, denen die Jury Platz zwei zuerkannte. Michel Janowski von der Aktion Kunstpunkte, die die Ausstellung organisiert hatte: "Das Phantastische ist, daß diese Collagen intuitiv Ideen von Paul Fuchs widerspiegeln, die dieser nie realisiert hat."

Platz drei ging an die Kunstklasse von Chris Stanley am Gymnasium Rheinkamp. Seine Schüler hatten die Groß-Skulpturen ausnahmslos gegen den Himmel photografiert und anschließend im Computer bearbeitet. "So entstanden Fotos von einem dramatischen Himmel mit Kunst über Moers", so Stanley.

Herzlich bedankten sich Irmgard Bernrieder und Professor Pankoke bei den Schülerinnen und Schülern für deren Teilnahme. Die Moerser Comuterfirma Detronik hatte für die ersten drei Preisträger Software gesponsort. Die Sparkasse Moers unterstützte den Fotowettbewerb der Rheinischen Post, nachdem ihre Kulturstiftung die Paul Fuchs Ausstellung "Stadtzeichen" als Hauptsponsor mit 30.000 Mark erst möglich gemacht hatte.

Virtuose Skulpturen und Objekte mit persönlicher Aussage liegen vorne

Kunstpreis / Hochkarätige Jury sichtete 93 Einsendungen

MOERS. Überrascht zeigte sich die hochkarätige Jury, die über die Jahresausstellung 2000 der Region Niederrhein sowie über die Vergabe des Moerser Kunstpreises entscheiden mußte. Bei ihrem ersten Treffen im Gebäude der Volkshochschule sichteten die fünf anerkannten Kunstsachverständigen insgesamt 93 Bewerbungen zum Thema "Bildhauerei und Objektkunst".

Dr. Christoph Brockhaus, Direktor des Duisburger Wilhelm-Lehmbruck-Museums: "Die Fotos der eingesandten Arbeiten spiegeln eine große Bandbreite im Bereich von Skulptur und Objektkunst wieder."Gleichzeitig stellte die in Abstimmung mit dem NRW-Kulturministerium berufene Jury "einen deutlichen Qualitätsunterschied" im Blick auf die Bewerber und ihre Werke fest.

Überraschend viele Berwerbungen

Auffallend sei, so Brockhaus, "daß sich kaum arrivierte Künstler um einen solchen Preis bewerben". Frank van de Schoor, Kurator für moderne Kunst des Museums Het Valkhof in Nijmegen: "Die Zurückhaltung der Großen dieses Genres läßt Raum für Aktualität und gibt dem nicht so bekannten Nachwuchs eine Chance." Gemeinsam mit den drei anderen Jurymitgliedern Fritz-Theo Mennicken, Stiftung Kunst und Kultur, Düsseldorf, Dr. Hannelore Kersting, Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach, und Dr. Uwe Rüth vom Skulpturenmuseum Glaskasten in Marl betonten Brockhaus und van de Schoor, daß zudem die hohe Zahl der Bewerbungen eine Überraschung sei.

Wonach suchen nun fünf bekannte Kenner und kritische Sachverständige, wenn sie sich den auf langen Tischen angeordneten Fotos nähern, die Werke von zum Teil unbekannten Künstlern zeigen. Dr. Brockhaus: "Ich suche nach der persönlichen Aussage, nach Authentizität." Frank van de Schoor: "Es ist nicht die Suche nach einem bestimmten Aspekt." Dafür sei der künstlerische Bereich von Skulptur und Objekt viel zu weit gefächert. Stil und Inhalt, so van de Schoor, lägen zum Teil weit auseinander.

So lobten die Jurymitglieder beispielsweise den vituosen Umgang zahlreicher Künstler vom Niederrhein mit unterschiedlichen Materialien. Dr. Uwe Rüth: "Hier sind zum Teil ganz unterschiedliche Medien miteinander gemischt worden." Einigkeit herrschte darüber, daß "über das solide Handwerk hinaus erst künstlerische Kreativität und Individualität einem Werk Klasse verleihen".

Bei ihrem ersten Treffen wählte die Jury insgesamt 26 Einsendungen aus. Die Jahresausstellung 2000 mit den von der Jury ausgewählten Objekten wurde am 12. November 2000 eröffnet. Am gleichen Tag erhielt der Preisträger des Moerser Kunstpreises 2000.,Oscar Prinsen, seine Urkunde. Er erhielt von der Kulturstiftung Sparkasse Moers 10.000 Mark.

Bessere Waschmaschinen dank kleiner Technik-Zwerge

Regierungspräsident bei den Universitätswochen

MOERS. Fachwissen, Leidenschaft und Witz prägte die Podiumsdiskussion zum Abschluß der 13. Universitätswochen in der Kundenhalle der Sparkasse Moers. Auch bei dieser Gelegenheit fand das sehr speziell klingende Thema "Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik" eine sehr anschauliche Auflösung.

Regierungspräsident Jürgen Büssow unterstrich vor über 200 Zuhörern, man rede über Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Es gebe bereits 83 namhafte Firmen im Regierungsbezirk, die Produkte auf der Basis von Nanotechnologie - winzigsten Materialien, die bis zu eine Million mal kleiner sind als ein Millimeter - herstellten.

Milchstraßen im Kleinsten

Von "Zwergenwelt" und "Milchstraßen im Kleinsten" war die Rede, von revolutionären industriellen Nutzanwendungen, aber auch von günstigen Rahmenbedingungen, die die Politik für innovative mittelständische Unternehmen schaffen müsse. Dafür wolle er sich einsetzen, so der Regierungspräsident, der bereits vor einigen Jahren eine Nanotechnologie-Initiative unter dem Titel "Nannoguide" ins Leben gerufen hat, zu der es in Duisburg regelmäßig eine Veranstaltungsreihe gibt.

Zum "Nano-Papst" wollte sich Büssow von Moderator Rüdiger Oppers (WDR) nicht machen lassen. Gleichwohl könne er sich für den Transfer Hochschule/Wirtschaft stark machen und für eine bessere schulische Ausbildung im Bereich der Ingenieur- und Naturwissenschaften.

Dr. Arne Claussen vom Wissenschaftszentrum NRW verwies auf sogenannte "Kompetenzzentren" u.a. in Aachen und Münster. Deutschland spiele in der Erforschung von Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik "noch" eine führende Rolle, in den USA aber würden schwindelerregend höhere Summen in die Förderung dieser Zukunftstechnologien investiert.

Professor Paul Roth von der Universität Duisburg machte beispielhaft auf die schwierige Herstellung von besonders haltbaren Keramik-Ventilen für Motoren auf der Basis der interdisziplinären Nanotechnologie aufmerksam, aber auch auf die Grenzen, die die Ökonomie der Forschung immer wieder setze. "Wie teuer ist das überhaupt in der Herstellung?"

Das war das Stichwort für einen "Visionär aus dem Ruhrpott", wie sich der Dortmunder Unternehmer Hanns Rump selbst bezeichnete. Wissenschaft alleine sei Luxus. Es sei die Pflicht der Wirtschaft, Geld zu verdienen. In der Tat macht Rump mit der "Nano-Zwergenwelt" (Oppers) Millionenumsätze. "Wir stellen Sensoren her, die Klimaanlagen in Autos steuern. Früher war das die Domäne der Japaner." Und warum Waschmaschinen heute besser waschen als früher? Rump: "Da sind die kleinen Zwerge drin."

Ritt auf dem Tiger

Der Dortmunder Unternehmer forderte leidenschaftlich von Bänkern, Behörden und der Politik mehr Risikobereitschaft, Zukunftstechnologien zu fördern. "Wir brauchen Visionen, notfalls den Ritt auf dem Tiger - sonst können wir uns nicht vorwärts bewegen!"

Viele Fragen aus dem Zuhörerkreis schlossen sich noch an. Der Rektor der Uni Duisburg machte dem Moerser Publikum ein großes Kompliment: "Solche Diskussionsfreude hätten wir öfter gerne auch in der Universität." Hartmut Schulz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Moers, lud bereits zu den 14. Moerser Universitätswochen im Oktober 2001 ein. "Diese Erfolgsstory verlangt nach weiteren Kapiteln!"

Xantenerin war meisterlich in ihrer ersten “Hosenrolle“

"Orpheus und Eurydike" im Kulturzentrum Rheinkamp

MOERS. Großer Beifall für die Mitwirkenden in der konzertanten Aufführung der Gluck-Oper "Orpheus und Eurydike" im gut besuchten Kulturzentrum Rheinkamp. Besonders gefiel die Xantenerin Dorothe Ingenfeld, die in ihrer ersten Hosenrolle die Solo-Rolle des Orpheus übernommen hatte und erfrischende Akzente setzte.

Die Leitung des großen Projektes, einem Sonderkonzert der Kulturstiftung Sparkasse Moers, lag in Händen von Christiane Schumann, versierter Dirigent war der Moerser Bernd Hänschke.

Über 40 Opern

Mehr als 40 Opern hat Christoph Willibald von Gluck (1714 - 1787) geschaffen. Vor allem die italienische Urfassung der 1762 in Wien herausgebrachten Oper "Orfeo et Euridice" und deren 1774 für Paris abgeänderte Fassung des bekannten antiken Sagenstoffes hat sich über die Jahrhunderte erfolgreich im Repertoire gehalten. Auf beide Partituren greift die - für die Aufführung in Moers verwendete - Vorlage zurück, die von Alfred Dörffel bearbeitet wurde.

Auch die sichere Intonation von Kerstin Maria Wüller (Eurydike) wurde vom Publikum honoriert; als Amor präsentierte sich in der dritten Solo-Rolle die Sopranistin Konstanze Ruttloff.

Die feine Begleitung besorgte die Orpheus-Sinfonietta, während die Kantorei der Friedenskirche Oestrum sehr angemessen die Chorpartien darbot. Karl-Heinz Tenter, Vorstandsmitglied der Sparkasse, formulierte vor dem Publikum die Intention der Kulturstiftung seines Hause: Bereicherung der Moerser Kulturszene. Der Beifall der Zuhörer war später die beste Bestätigung dafür, daß das gesteckte Ziel erreicht wurde.

Menü