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Fake-News: 30. Universitätswochen der Sparkasse

Der Gerrmanist Professor Ulrich Schmitz schaute mit rund 200 Gästen der Universitätswochen hinter die Kulissen der Sprache.

Der Gerrmanist Professor Ulrich Schmitz schaute mit rund 200 Gästen der Universitätswochen hinter die Kulissen der Sprache.

MOERS. Lügen haben gar nicht so kurze Beine und kommen immer öfter sehr überzeugend daher. Vor rund 200 Gästen der 30. Universitätswochen sagte Professor Dr. Ulrich Schmitz: „Sprache hat mit Wahrheit nichts zu tun.“ An Beispielen aus dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf und an der Art, wie Autokonzerne und Politiker mit der so genannten Diesel-Affäre umgehen, sensibilisierte der Sprachwissenschaftler der Universität Duisburg-Essen seine Zuhörer für die vielen Bedeutungen, die einzelne Worte haben können. Die Sparkasse am Niederrhein und die Universität laden seit 1988 zu den Uniwochen in die Kundenhalle der Sparkasse am Ostring ein.

Die Nachricht, dass der Papst Donald Trump im Wahlkampf unterstützt, stellte sich später als Falschmeldung heraus. Trotzdem glaubten sie zunächst viele. „Und übrigens gibt es in Deutschland immer noch Menschen, die glauben, den Holocaust habe es nie gegeben“, so Professor Schmitz. „Fake-News, alternative Fakten, objektive Wahrheit – (Wie) beeinflusst Sprache unser Denken und Handeln?“ Die Leitfage seines Vortrages und der gesamten Uniwochen beantwortet Professor Schmitz, der früher als Journalist gearbeitet hat, so: „Jede sprachliche Äußerung ist subjektiv eingefärbt. Sprache kann niemals die Wirklichkeit abbilden, das muss man wissen.“

In seinem kurzweiligen Vortrag, den die Zuhörer immer wieder mit Schmunzeln und lautem Lachen kommentierten, ließ der Germanist viele berühmte Menschen aufmarschieren, die sich intensiv mit der Vielschichtigkeit von Sprache beschäftigt haben: Aristoteles, Brecht, Schopenhauer, Wittgenstein, Willy Brandt, Kurt Biedenkopf und Hans Christian Andersen. Zuletzt stand fest, dass es neben frechen Lügen sehr oft einfach um andere Sichtweisen und den Kampf um Deutungshoheit gehe. Als Beispiele dafür nannte Professor Schmitz sprachliche Bilder wie „Das Boot ist voll“ oder „Flüchtlingskrise“. Und ganz oft werde „nicht gelogen, aber dramatisch übertrieben“. Sein Rezept gegen Fake-News und Falschmeldungen lautet so: „aufgeklärte Bildung und demokratisches Engagement“.

In der Podiumsdiskussion am Donnerstag, 19. Oktober, wollen der Politikwissenschaftler Dr. Martin Florack, der Germanist Dr. Steffen Pappert und der Journalist Thomas Hüser eine scharfe Grenze zwischen objektiver Wahrheit und alternativen Fakten ziehen. Die Moderation hat Professor Dr. Rolf Parr übernommen, der untersucht hat, wie stark in Alltag, Politik und Medien auf sprachliche Bilder zurückgegriffen wird. Beginn ist um 20 Uhr. Karten zum Preis von 5 Euro gibt es in der Sparkasse am Ostring und an der Abendkasse.

13. Oktober 2017

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