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Blumen, so groß wie Bäume

Malwettbewerb "Mein erster Schultag" in Meerbeck

MOERS. Bunte Häuser, Schultüten und Blumen, die so groß sind wie Bäume: Rund 60 Meerbecker i-Dötzchen malten und zeichneten, wie sie ihren ersten Schultag erlebt hatten.

Das Team der Sparkassengeschäftsstelle in Meerbeck hatte zum Malwettbewerb eingeladen.

"Wir haben zuletzt viel mehr Preise verteilt, als wir ursprünglich vorhatten, weil uns alle Bilder so gut gefallen haben", so Mitarbeiterin Tanja Kammrowski. Was den begehrten Kickboard-Roller betraf, mit ihm als erstem Preis rollte Jaqueline Rahn aus der Klasse 1b der Uhrschule nach Hause.

Bücher waren an großen Ketten festgemacht

"Ars libri" - Eine Ausstellung in der Sparkasse Moers

MOERS. Bücherwürmer haben ein gutes Image, sie gelten als belesen und werden üblicherweise als possierliche Kerlchen dargestellt. Claudia Wolff, Diplom-Restauratorin an der Stiftsbibliothek in Xanten, hat da eine andere Meinung: "Der Zerstörungsgrad vieler wertvoller Bücher ist sehr hoch, sie zu konservieren und zu restaurieren erfordert einen enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand."

Welche Schätze die Stiftsbibliothek Xanten, eine der bedeutendsten des Abendlandes, beherbergt, und welche Ergebnisse ihre professionelle Bearbeitung bereits hervorgebracht hat, das zeigte die Ausstellung "Ars libri - Die Kunst des Buches und seine Wiederherstellung" in der Kundenhalle der Sparkasse Moers.

Diözesan-Konservator Dr. Udo Grote, Leiter der Stiftsbibliothek, führte die rund 80 Besucher der Ausstellungseröffnung in das gleichsam interessante wie spannende Thema ein. Bis in die Zeit Karls des Großen, also bis ins 8. Jahrhundert zurück, reichen die Wurzeln der ehemaligen sogenannten "Kettenbibliothek". Namhafte Bücher wie die "legenda aurea", eine Heiligensammlung aus dem 15. Jahrhundert, oder das "liber ruber" mit Predigten des Bernhard von Clairvaux haben dort ihren Standort.

Grote: "Daß viele Werke überhaupt noch da sind, verdanken wir dem Umstand, daß die Bücher an großen Ketten festgemacht waren." Ihre Spuren finden sich noch in zahlreichen Folianten. Aus der Zeit der mittelalterlichen Lateinschule in Xanten stammen Kritzeleien damaliger Schüler. "Sie haben sich, als der Lehrer nicht da war, in Werken von Ovid oder Livius verewigt", so Dr. Grote.

Zeit und Gebrauch sowie ungünstige klimatische Bedingungen und Schädlingsbefall haben den bedeutenden Zeugnissen der abendländischen Kultur und Wissenschaft schwer zugesetzt. Die meisten der 10.000 Bände müssen von organischen Substanzen befreit und danach klimatisiert aufbewahrt werden. Die wertvollsten von ihnen stehen ganz oben auf der Arbeitsliste von Restauratorin Wolff. Anhand der in Moers ausgestellten Bücher und einer informativen Wandzeitung erläuterte Claudia Wolff die Methoden einer umfassenden Wiederherstellung.

Besonders verblüffend ist dabei der Vergleich von Vorher und Nachher. Fotografien aus der Zeit vor der Buchbearbeitung geben einen kleinen Eindruck von den Schwierigkeiten einer originalgetreuen Restaurierung. Die notwendigen finanziellen Mittel dafür stellte in den vergangenen Jahren immer wieder die Kulturstiftung Sparkasse Moers zur Verfügung: allein in diesem Jahr 20.000 Mark. Petra Frank-Diebels, Vorsitzende des Fördervereins-Stiftsmuseum Xanten, bedankte sich dafür bei den Direktoren Ulrich Ruthenkolk und Herbert Ackermann. Petra Frank-Diebels: "Diese Werke bieten die Grundlage für ein modernes Museum, das wir in Xanten schon bald einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wollen.”

Moers nimmt jährlich etwa 100 Spätaussiedler auf

Integrationshilfen des "IB" / Manchmal "bessere Deutsche"

MOERS. Ähnlich wie 1999 kamen auch im Jahr 2000 etwa 400 Spätaussiedler in den Kreis Wesel, davon entfällt ein Viertel auf Moers, die größte Stadt. Bei der Eingliederung - vornehmlich der jugendlichen Familienmitglieder - hilft der Internationale Bund (IB), einer der großen freien Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland, der auch die Bekämpfung von Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus auf seine Fahnen geschrieben hat.

Repräsentanten des IB berichteten jetzt in einer Pressekonferenz von ihrer segensreichen Arbeit. Anlaß war eine Spende in Höhe von 12 000 Mark, die Sparkassendirektor Ulrich Ruthenkolk anläßlich seines 60. Geburtstages der sogenannten Migrationsstelle des IB in Moers hatte zukommen lassen. Dr. Hans Hanke von der Migrationsstelle: "Die Ausreise markiert für die Aussiedler einen biographischen Bruch. Ohne zu wissen, was sie in Deutschland erwartet, müssen sie ihre vertraute Umgebung zurücklassen. Für Jugendliche ist die Situation besonders dramatisch."

Eingliederung schrittweise

IB-Geschäftsführer Michael Dornow machte deutlich, daß die Eingliederungshilfen zum Ziele haben, die Jugendlichen durch sprachliche, schulische und soziale Förderung so zu unterstützen, daß sie sich in ihrer neuen Heimat schrittweise integrieren können. Dr. Hanke: Es gebe Fälle, in denen jugendliche Spätaussiedler (vornehmlich aus dem Bereich der ehemaligen Sowjetunion) unter Ausländerfeindlichkeit zu leiden hätten; manchmal seien sie selbst aber auch "die besseren Deutschen", die Ausländer verächtlich behandelten.

Seminare, Freizeiten, vor allem aber sportliche Aktivitäten bezeichnete Dr. Hanke als Möglichkeiten, Vorurteile abzubauen und freundschaftliche Verbindungen zu knüpfen. Die Spende des Sparkassendirektors solle insbesondere dafür eingesetzt werden, das sportliche Angebot auszuweiten. IB-Mitarbeiterin Danuta Tippelt: "Wir müssen viel Geduld haben. Eingliederungshilfe muß oft über viele Jahre angeboten werden."

Azubi Pawel Paluska

Wie erfreulich Integration verlaufen kann, verdeutlichte der aus Polen ausgereiste Pawel Paluska, der einen Ausbildungsplatz bei der Sparkassen Moers gefunden hat. "Ich habe Ausländerfeindlichkeit am eigenen Leibe niemals erleben müssen." Pawel spielte Fußball beim SV Scherpenberg, machte den Schiedsrichterschein, schloß die Realschule mit Erfolg ab und ist jetzt im dritten Ausbildungsjahr bei der Sparkasse.

In den Kreisen Wesel und Kleve zählt der Internationale Bund etwa 100 Mitarbeiter. Vorrangig für die jugendlichen Spätaussiedler ist zunächst der Sprachunterricht, der in Schulen (im Anschluß an den regulären Unterricht) oder in Einrichtungen des IB erfolgt. Dessen von Parteipolitik und Konfessionen unabhängige Arbeit erfolgt dezentral (Außenstellen auch in Kamp-Lintfort, Wesel, Dinslaken und Kleve).

Kinder malten buntes Kaleidoskop

Ausstellung: Menschsein - ein Abenteuer für Kinder

XANTEN-VYNEN. Anläßlich des Weltkindertages wollten die sieben Tageseinrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes in Vynen, Wardt, Sonsbeck, Neukirchen-Vluyn und Wesel zum Thema "Menschsein - ein Abenteuer für Kinder" eigentlich einen großen Aktionstag im Archäologischen Park in Xanten veranstalten. Der fiel zwar ins Wasser, hielt die Erzieherinnen und Kinder allerdings nicht davon ab, sich dem Thema mit Buntstiften und Wasserfarben zu nähern.

Herausgekommen ist dabei ein buntes Kaleidoskop von Kindermalereien. Einen Teil davon brachten die Leiterin des örtlichen DRK-Kindergartens, Birgit Düpont-Lemmen, und ihre Schützlinge jetzt in die Geschäftsstelle der Sparkasse Moers in Vynen. Dort sind sie bis in die erste Oktoberwoche hinein zu sehen, ehe die Ausstellung weiterzieht. "Die Kinder haben Motive ausgewählt, die sie mit spannenden Erlebnissen verbinden", so Frau Düpont Lemmen.

Substanz ist besser als Wachstum

Anlagetips von Vermögensberater Harald Schönherr

MOERS. Mit dem entsetzlichen Anschlag vom 11. September wurde die Welt tief erschüttert. Nicht nur, dass viele Unschuldige ihr Leben lassen mussten. Auch die schon im Vorfeld arg gebeutelten Aktionäre waren tief betroffen - und wurden hart getroffen. Sämtliche Weltbörsen verzeichneten starke Rückgänge. Und während für alle Beteiligten das Leid jetzt in vollem Umfang sichtbar ist, werden die Börsianer auch in den nächsten Monaten voraussichtlich kräftig weiter leiden müssen. Den Aktionären kann man jedoch sagen, die Historie hat gezeigt, dass bei Aktienanlage unter längerfristigen Aspekten eine Erholung kommen wird. Und hier ist es besonders wichtig, Unternehmen im Depot zu haben, die auch in Phasen längerer Durststrecken ausreichend Reserven unterhalten und somit auch die Möglichkeit zum Durchstehen haben. Aus diesem Grund sollte man von der Auswahl her sein Augenmerk insbesondere auf die grossen Standardwerte lenken. Besonders in Abschwung- und Seitwärtsphasen, infolge schwächerer Konjunktur, performen Substanzwertaktien besser als Wachstumsaktien. Hier sind einschränkend jedoch vorerst Versicherungen, Luftfahrzeughersteller, Luftfahrtlinien und Reiseunternehmen zu meiden. Diese Werte könnten sich nur schnell erholen, wenn der Terrorismus-Konflikt nicht weiter eskaliert und militärische Auseinandersetzungen vermeidbar wären. Dieses günstige Szenario sehe ich jedoch leider nicht. Eine breite Streuung von Substanzwertaktien erhält man mit dem Fonds DekaLuxGlobalValue ( WPK 989.088 ).

Weiterhin risikolos sind Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren. Aufgrund der jüngsten internationalen Zinssenkungen sind die Renditen jedoch weiter rückläufig. Mit der 3,70 % Inhaberschuldverschreibung der Sparkasse Moers sichern Sie sich bei einem Kaufkurs von 99,60 % und einer Laufzeit bis zum 15.07.2004 noch eine ansprechende Rendite von 3,85 % ! Eine börsennotierte Bundesanleihe mit exakt gleicher Fälligkeit rentiert gerade bei 3,70 %

Internet-Marktplatz für den Niederrhein: www.regiomax.de

Xantener gewann bei virtueller Tour ein Fahrrad

XANTEN. Wer mit dem Internet Geld verdienen will, der muß sich schon etwas einfallen lassen. Vor allem aber muß er drin sein. Rund 400 niederrheinische Firmen haben den Sprung ins Internet mit dem Portal Regiomax (www.regiomax.de) gewagt. "Im Auftrag unserer Gesellschafter bieten wir Unternehmern und Bürgern eine starke Plattform im Internet", sagt Michael Simons von der regiomax GmbH mit Sitz in Krefeld. Daß man dort auch tolle Preise gewinnen kann, erfuhr jetzt Friedhelm Janßen aus Xanten. Er gewann bei einer virtuellen Tour durch den Niederrhein ein Fahrrad im Wert von 1300 Mark.

Mit 250.000 besuchten Seiten im Monat ist der virtuelle Marktplatz schon recht lebendig. Unternehmen aus Handel und Gewerbe zwischen Emmerich und Rommerskirchen präsentieren dort ihre Waren und Dienstleistungen. Zusätzlich bietet das Portal eine große Menge an Informationen. Besucher finden dort Veranstaltungstips, Staumeldungen, Fahrpläne, Flughafeninformationen und vieles mehr. Regiomax-Gesellschafter sind neben den drei Sparkassen Neuss, Mönchengladbach und Krefeld die Internetzeitung RP-Online. 14 weitere Sparkassen sind Kooperationspartner des regionalen Portals.

Anläßlich des niederrheinischen Radwandertages hatte regiomax.de zur Tour durch seine Seiten eingeladen. Friedhelm Janßen bewies dabei besonders Geschick und Ortskenntnisse. In der Geschäftsstelle der Sparkasse Moers in Xanten erhielt er dafür den ersten Preis. Weitere Informationen zum Internet-Marktplatz unter 02151 / 3653610 oder unter

Einladung zum Löchern

Erster Arbeitstag für 26 neue Azubis der Sparkasse Moers

MOERS. Der Ernst des Lebens kann auch heiter beginnen. Das erfuhren die 26 neuen Auszubildenden der Sparkasse Moers an ihrem ersten Arbeitstag. Vorstandsmitglied Ulrich Ruthenkolk begrüßte die jungen Leute im Casino der Sparkasse: "Wir freuen uns, daß Sie alle da sind." Während ihrer zweieinhalbjährigen Ausbildungszeit werden die Nachwuchsbanker sowohl in den 32 Geschäftsstellen des Kreditinstitutes als auch in dessen Stabsabteilungen eingesetzt sein. Außerdem stehen fünf sechswöchige Unterrichtsblöcke an der Berufsschule auf dem Stundenplan der angehenden Bankkauffrauen und -männer.

Mit 26 neuen Auszubildenden gehört die Sparkasse Moers zu den größten Ausbildungsbetrieben im Kreis. Vorstand Ruthenkolk betonte, daß jeder Kollegin und jedem Kollegen die Weiterbildungsmöglichkeiten bis zum Sparkassen-Betriebswirt offen stünden. "Sie entscheiden darüber mit Ihrer Leistung", so Ruthenkolk. Vor allem aber lud er die 18 jungen Damen und acht jungen Herren ein, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Fragen zu löchern. "Wir werfen Sie hier nach der Begrüßung nicht ins kalte Wasser." Bevor das dreitägige Einführungsseminar mit Vorstellungsrunden und Führungen durchs Haus begann, überreichte Ulrich Ruthenkolk der neuen Kollegin Viola Peters noch ein Geschenk. Der erste Arbeitstag war gleichzeitig ihr Geburtstag.

Künstlergespräch mit dem Star Irwin Gage

Musiksommer: Abschlußkonzert

Moers. Hoch seien die Anforderungen bei der Einschreibung gewesen für den Meisterkurs bei Irwin Gage und Esther de Bros, noch höher für die Auswahl zum Abschlusskonzert des "Moerser Musik-Sommers". Von siebzehn waren nur sieben Duos übrig geblieben.

Hat das Publikum im Kammermusiksaal des Martinstifts die Zukunft des deutschen Kunstliedes mit der Liedkunst von Schubert, Schumann und Brahms gehört?

Hoffentlich hat sie überhaupt eine Zukunft, diese wertvolle Musikgattung, die als "le lied" in Frankreich und "the lied" in England als deutsches Kulturgut gepflegt wird. Diese Mischung aus genialer Dichtung eines Goethe oder Heine mit kongenialem Gesang und Klavierbegleitung. Mitunter und nicht einmal in den unangenehmsten Fällen adelt die Musik auch die eher bedenklichen Ergüsse von Poeten, die somit nur noch im Konzertsälen eine Rolle spielen.

Werkstattcharakter

Hauptsache, dies alles geht nicht verloren. Wir sind um eine Hoffnung reicher, dank dieser Institution "Moerser Musik-Sommer", und geben den Dank weiter an die Dozenten, an die Kulturstiftung Sparkasse Moers, an die Gasteltern der Kursteilnehmer und last not least einmal mehr an die künstlerische Leiterin des Ganzen, an Christiane Schumann.

Die Veranstaltung trage, so las man im Programm, "Werkstattcharakter". Wenn dies bedeuten sollte, dass auch etwas hätte schief gehen können - es ging nichts schief. Kein Wunder bei diesen Talenten!

Der angenehm timbrierten Altstimme von Anna Fischer und ihrem Klavierbegleiter Theo Palm folgte man gern "in die tiefsten Felsengründe". Aber was finden diese jungen Menschen nur an diesen schwermütigen Liedern? Bei Steffanie Patzkes erstem Lied, Schuberts "Vor meiner Wiege", machte man sich bereits, sollte es so weiter gehen, auf eine nachhaltige musikalische Sommer-Depression gefasst, aber dann folgte das muntere "Im Frühling", in dem die Sopranistin sich wünscht, ein Vöglein zu sein, um sich gleich darauf mit Schumanns Opus 83, Nummer 2 als "Blume im Garten" wegzuträumen. Traumhaft übrigens auch das Piano von Tim Stolte.

Heines lyrisches Ich

Bariton Martin Berner (Klavier: Christine Tonner) wäre ein guter Balladensänger, weniger sah und hörte man in ihm das Medium für Kerners und Heines lyrisches Ich. Seinen mächtigen Bass setzte Frederic Bergsma - auch dank seiner Begleiterin Susanne Rost - mit Nachdruck bei Brahms ein, denn es ging um viel: "Enthülle mir dein Wahres!"

Kunstlieder sind manchmal Rollenspiele. Adréana Kraschewski - mit Partner Thomas Aydintan - gab sich religiös-inbrünstig als Schuberts "Junge Nonne" hin und fragte anschließend als "Mignon" (Schumann/Goethe) "Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?"

Auch kräftige Stimmen können ganz sanft werden, geradezu schwebend, wie die von Sylvia Koke, unterstützt von Pianist Tobias Kampen, in Schuberts "Nacht und Träume".

Endkonsonanten müssen nicht knallen

Die recht nahe Zukunft des Kunstliedes haben wir auch gehört: bei Elena Alexandra Fink und Matthias Wierig (Klavier). Eine ungewohnt natürlicher Sopran. Und hier wurde bewiesen, dass man bestens artikulieren kann, ohne gleich alle Endkonsonanten aufdringlich zu knallen. Hier haben sich zwei zusammengefunden, die zusammengehören - künstlerisch; alles andere brauchen wir nicht zu wissen.

Fink/Wierig gestalteten Schumanns Opus 42: Von "Seit ich ihn gesehen, glaub ich blind zu sein" über "Du meine Wonne, du meine Lust" bis "Nun hast du mir den ersten Schmerz getan". Dichter Adelbert von Chamisso hielt dies für "Frauenliebe und -leben". Nun ja, die Texte sind mehr als anderthalb Jahrhunderte alt, die Musik übrigens auch, doch zusammen gehören sie zum Wertvollsten des romantischen Kunstlieds - in Vergangenheit, Gegenwart und hoffentlich noch lange in der Zukunft.

Günter Metzner

Geadelte Verse

Kunstlieder beendeten den Moerser Musiksommer 2001

Moers. Hoch seien die Anforderungen bei der Einschreibung gewesen für den Meisterkurs bei Irwin Gage und Esther de Bros, noch höher für die Auswahl zum Abschlusskonzert des "Moerser Musik-Sommers". Von siebzehn waren nur sieben Duos übrig geblieben. Hat das Publikum im Kammermusiksaal des Martinstifts die Zukunft des deutschen Kunstliedes mit der Liedkunst von Schubert, Schumann und Brahms gehört?

Hoffentlich hat sie überhaupt eine Zukunft, diese wertvolle Musikgattung, die als "le lied" in Frankreich und "the lied" in England als deutsches Kulturgut gepflegt wird. Diese Mischung aus genialer Dichtung eines Goethe oder Heine mit kongenialem Gesang und Klavierbegleitung. Mitunter und nicht einmal in den unangenehmsten Fällen adelt die Musik auch die eher bedenklichen Ergüsse von Poeten, die somit nur noch im Konzertsälen eine Rolle spielen.

Werkstattcharakter

Hauptsache, dies alles geht nicht verloren. Wir sind um eine Hoffnung reicher, dank dieser Institution "Moerser Musik-Sommer", und geben den Dank weiter an die Dozenten, an die Kulturstiftung Sparkasse Moers, an die Gasteltern der Kursteilnehmer und last not least einmal mehr an die künstlerische Leiterin des Ganzen, an Christiane Schumann.

Die Veranstaltung trage, so las man im Programm, "Werkstattcharakter". Wenn dies bedeuten sollte, dass auch etwas hätte schief gehen können - es ging nichts schief. Kein Wunder bei diesen Talenten!

Der angenehm timbrierten Altstimme von Anna Fischer und ihrem Klavierbegleiter Theo Palm folgte man gern "in die tiefsten Felsengründe". Aber was finden diese jungen Menschen nur an diesen schwermütigen Liedern? Bei Steffanie Patzkes erstem Lied, Schuberts "Vor meiner Wiege", machte man sich bereits, sollte es so weiter gehen, auf eine nachhaltige musikalische Sommer-Depression gefasst, aber dann folgte das muntere "Im Frühling", in dem die Sopranistin sich wünscht, ein Vöglein zu sein, um sich gleich darauf mit Schumanns Opus 83, Nummer 2 als "Blume im Garten" wegzuträumen. Traumhaft übrigens auch das Piano von Tim Stolte.

Heines lyrisches Ich

Bariton Martin Berner (Klavier: Christine Tonner) wäre ein guter Balladensänger, weniger sah und hörte man in ihm das Medium für Kerners und Heines lyrisches Ich. Seinen mächtigen Bass setzte Frederic Bergsma - auch dank seiner Begleiterin Susanne Rost - mit Nachdruck bei Brahms ein, denn es ging um viel: "Enthülle mir dein Wahres!"

Kunstlieder sind manchmal Rollenspiele. Adréana Kraschewski - mit Partner Thomas Aydintan - gab sich religiös-inbrünstig als Schuberts "Junge Nonne" hin und fragte anschließend als "Mignon" (Schumann/Goethe) "Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?"

Auch kräftige Stimmen können ganz sanft werden, geradezu schwebend, wie die von Sylvia Koke, unterstützt von Pianist Tobias Kampen, in Schuberts "Nacht und Träume".

Endkonsonanten müssen nicht knallen

Die recht nahe Zukunft des Kunstliedes haben wir auch gehört: bei Elena Alexandra Fink und Matthias Wierig (Klavier). Eine ungewohnt natürlicher Sopran. Und hier wurde bewiesen, dass man bestens artikulieren kann, ohne gleich alle Endkonsonanten aufdringlich zu knallen. Hier haben sich zwei zusammengefunden, die zusammengehören - künstlerisch; alles andere brauchen wir nicht zu wissen.

Fink/Wierig gestalteten Schumanns Opus 42: Von "Seit ich ihn gesehen, glaub ich blind zu sein" über "Du meine Wonne, du meine Lust" bis "Nun hast du mir den ersten Schmerz getan". Dichter Adelbert von Chamisso hielt dies für "Frauenliebe und -leben". Nun ja, die Texte sind mehr als anderthalb Jahrhunderte alt, die Musik übrigens auch, doch zusammen gehören sie zum Wertvollsten des romantischen Kunstlieds - in Vergangenheit, Gegenwart und hoffentlich noch lange in der Zukunft.

Günter Metzner

Kalte Getränke für heisere Kehlen

Integrative Ferienaktion in der Sparkasse

SONSBECK. Natürlich haben Kinder immer ein Ei in der Hosentasche; und eine Pfanne auch. Das jedenfalls bewies Zauberer Ludger Goertz, der jetzt in der örtlichen Geschäftsstelle der Sparkasse Moers vor 30 behinderten und nichtbehindereten Kindern seine Kunststücke zeigte. Bereits im dritten Jahr organisiert die "Initiative Integratives Leben" die Ferienaktion "SoSo". Privat- und Geschäftsleute übernehmen im Sonsbecker Sommer Patenschaften und finanzieren Veranstaltungen für Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. "Gerade für finanziell schwächer gestellte Familien bietet "SoSo" oftmals die einzige Ferienmöglichkeit für Kinder", sagt Anja Heidenreich, die Geschäftsführerin der Initiative.

Lautstark bejubelten die Kinder die Tricks des Zauberers. Zur Kühlung der heiseren Kehlen ließ Geschäftsstellenleiter Werner Borchers kalte Getränke ausgeben und versprach: "Wir werden auch im nächsten Jahr gerne wieder eine Aktion der integrativen Ferienmaßnahme mitgestalten.

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