Hauptmenü

Schautafeln, die man auch hören und riechen kann

Marienbaum: Mit Naturlernpfad für die Silberne gepunktet

MARIENBAUM. Was für eine wunderbare Welt eine Streuobstwiese ist, und warum Spechte zu Zeiten einen Trommelwirbel veranstalten, das alles und noch viel mehr erfahren Besucher des Naturlernpfades in Marienbaum. Knapp zwei Stunden dauert der Rundgang auf dem Wirtschaftsweg durch Feld und Wald.

In mehr als 500 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden errichtete der Heimat- und Bürgerverein Marienbaum 14 große und elf kleine Schau- und Aktionstafeln. "Dieses Angebot ist weit und breit einmalig und stellt einen weiteren attraktiven Höhepunkt für unser Dorf dar", sagt der Vorsitzende des Vereins, Dietmar Kisters.

Zusammenarbeit mit Revierförster

Mittlerweile hat der 1965 gegründete Heimat- und Bürgerverein mit seinen 450 Mitgliedern rund 36.000 Mark in den Naturlernpfad investiert. Einen großen Teil der Summe finanzierte das Land NRW. Martin Ophey, Leiter der Geschäftsstelle der Sparkasse Moers in Marienbaum, überreichte jetzt weitere 2000 Mark an Karl Kempkes, Dietmar Kisters und Michael Lehmann. Das Geld stammt aus dem Verkauf von Speisen und Getränken bei der diesjährigen Spendenausschüttung des Kreditinstitutes an Vereine und Organisationen im Xantener Stadtgebiet.

Besonders froh ist der Verein über die intensive Zusammenarbeit mit Revierförster Wilhelm Matheis vom Kommunalverband Ruhrgebiet. "Den hohen Standard des Naturlernpfades verdanken wir seiner fachlichen Beratung bei der Konzeption und Aufstellung der Schautafeln", so Kisters. Außerdem habe der Förster sich bereit erklärt, nach vorheriger Terminabsprache Schulklassen und andere Gruppen zu begleiten.

Mit der Errichtung des einzigen Naturlernpfades im Umkreis von 50 Kilometern verfolgt der Heimat- und Bürgerverein Marienbaum konsequent sein 1965 gestecktes Ziel: "Das Dorf Marienbaum weit über seine Grenzen hinaus für Besucher und Wallfahrer attraktiv zu machen", so der langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende Karl Kempkes. Nach dem Kreissieg im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" erreichte Marienbaum jüngst, nicht zuletzt wegen des interessanten Naturlernpfades, den zweiten Platz beim Landeswettbewerb. Am Samstag 21. Oktober 2000, nahmen Vereinsvertreter in Lohmar dafür die Silbermedaille entgegen.

Detaillierte Informationen zu dem neuen Angebot in Marienbaum, das übrigens auch interaktive Duft-, Akustik- und Holztafeln umfasst, unter der Rufnummer 02804 / 646 oder 02801 / 772267

Lisa kocht Lasagne, dann geht´s an die Hausaufgaben

Sonsbeck: "13plus" betreut Schüler der 5. und 6. Klassen

SONSBECK. An manchen Tagen tauscht Lisa Voldenberg nach dem letzten Gong ihren Schulranzen mit der Kochschürze. Die Schülerin der S'Grootenschule ist eines von 15 Kindern, die ein neues Angebot der evangelischen Kirchengemeinde unter dem Namen "13plus" im Wiechernhaus nutzen. ."13plus" stellt die Betreuung von Schulkindern sicher, deren Eltern mittags nicht zu Hause sind", so Gemeinepfarrer Karlo von Zimmermann. Die Kinder der fünften und sechsten Klassen kochen und essen zusammen, machen die Hausaufgaben und spielen, bevor sie am Nachmittag nach Hause gehen.

Umbau des Dachgeschosses

Möglich wurde die Über-Mittag-Betreuung in dem 1903 erbauten Haus der evangelischen Kirchengemeinde erst durch einen kompletten Um- und Ausbau des Dachgeschosses. "Als ich zum ersten Mal hier oben war, hätte ich nie gedacht, daß daraus ein so schöner und funktioneller Raum werden könnte", so Pfarrer Zimmermann. Der frühere Bauamtsleiter Heinrich Mummert hatte die Planungen für die Gemeinde kostenlos gemacht und auch den Umbau überwacht. Verschiedene Sonsbecker Firmen, darunter die Schreinerei Ten Elsen, berechneten viele ihrer erbrachten Leistungen gar nicht.

Dennoch kostete die Baumaßnahme rund 75.000 Mark. 20.000 Mark davon schoß die Sparkasse Moers zu. Weitere 20.000 Mark, die nach Abschluß einer Spenden-Aktion in der Kirchengemeinde offen bleiben könnten, würde die Gemeinde Sonsbeck übernehmen. Bürgermeister Leo Giesbers: "Wir haben uns im Gemeinderat einstimmig für dieses tolle Angebot ausgesprochen." Nach Sonsbeck geholt hatte die Idee der Leiter der S'Grootenschule, Erich Nabbefeld. Er griff damit die Initiative "13plus" der Landesregierung auf, die sich auf Schüler der fünften und sechsten Klassen bezieht, die nicht die Möglichkeit haben, eine Ganztagsschule zu besuchen und deren Eltern bis nachmittags berufstätig sind.

Erzieherin Melanie Mohn und Köchin Miriam Börst sorgen für sinnvolle Freizeitgestaltung und abwechslungsreiche Kost. "Die Kinder helfen abwechselnd beim Kochen", so Miriam Börst. Diesmal war die Reihe an Lisa Voldenberg, die gerne bei der Zubereitung ihres Lieblingsgerichtes Lasagne für 17 hungrige Kinder half. Die ersten Kinder kommen um 12 Uhr, doch erst wenn alle da sind, wird gegessen und vorher gebetet. Pfarrer Zimmermann: "Wir verstehen das Angebot ausdrücklich als ökumenisch."

Moerser Motive und Niederrhein-Ansichten

Dolf Wagener stellte in der Sparkasse aus

MOERS. "Wer weiß schon, wie eine Radierung entsteht", sagt Dolf Wagener, und so brachte er auch diesmal sein "Handwerkszeug" mit, um seine Arbeitstechnik zu demonstrieren. Eine Ausstellung mit rund 100 Arbeiten des 58jährigen Künstlers war im Oktober und November 2000 in der Kundenhalle der Sparkassen-Hauptstelle am Ostring zu sehen. Die Radierungen zeigen vielfältige Niederrhein-Motive, Schwerpunkt ist Moers.

Wageners Bilder sollen dem Betrachter Freude bereiten und ihn zur eigenen Kreativität anregen. Sei es am Kastellplatz oder an der Neustraße in Moers: Dem beschauliche Winkel gehört unverkennbar die Liebe des Duisburgers, und er spürt immer wieder das nostalgische Element auf.

Je nach Drucktechnik erinnern die Radierungen entweder an die Strichführung und die klaren Konturen von Federzeichnungen oder an den flächigen Charakter von Aquarellen. Als verbindende Komponente ist allen Arbeiten die Farbgebung gemeinsam - ein warmer Braunton, der auch an vergilbte Fotos erinnert.

Daß dem Schmalfilm und der Fotografie in der künstlerischen Arbeit von Dolf Wagener, der von Beruf eigentlich Techniker war, eine besondere Bedeutung zukommt, mag hierbei eine Rolle spielen. Mit 14 Jahren hatte er begonnen, mit Kohle und Feder zu zeichnen. Der Radierung wandte er sich Anfang der 80er Jahre zu.

Gedankliche Reise vom All bis in molekulare Strukturen

13. Universitätswochen in Moers / Zweite Veranstaltung

MOERS. So bequem immer kleinere und leistungsfähigere Geräte wie Computer oder Handys sind, ihre Entwicklung und Produktion stellen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft vor zunehmend große Probleme.

Paradoxerweise liegt das an immer winzigeren Materialien, die eine Million mal kleiner sind als ein Millimeter.Rund 200 Zuhörer machten am Donnerstag abend mit Professor Heinrich Fißan eine gedankliche Reise vom All bis in kleinste molekulare Strukturen. Zu Beginn seines Vortrages anläßlich der 13. Universitätswochen in der Kundenhalle der Sparkasse Moers stellte der Elektrotechniker der Duisburger Gerhard-Mercator-Universität eine gewagte These auf: "Gerhard Mercator war der erste Aerosolforscher."

Aerosole, so Fißan, "das ist irgendwas in irgendwas verteilt". Mercator habe sich aus dem Großen Aerosol Weltall ein kleines Partikel herausgegriffen, die Erde, und sie genau untersucht und kartographiert. Fißan, weltweit anerkannter Fachmann in Wissenschaft und Industrie für Aerosolmeßtechnik, geht in seinem Forschungsschwerpunkt weiter. Gemeinsam mit Kollegen an anderen Universitäten geht er der Frage nach, wie man kleinste Teilchen in gewünschter Form millionenfach herstellen kann, um sie in Informationstechnik zum Einsatz zu bringen. Je kleiner die Partikel, desto mehr könne man auf engstem Raum unterbringen, sagte Fißan.

Modernste Technologie, auf die sich die Informationsgesellschaft schon stützt, habe bereits den meßbaren Bereich der molekularen Physik verlassen. Fißan: "Die Anzahl der Transistoren pro Chip verdoppelt sich alle 18 Monate." Schon seien sich selbst organisierende Leiterbahnen aus Nanopartikeln denkbar. Sie könnten zukünftig Ströme leiten, Informationen speichern und transportieren. Der seit 1974 an der Duisburger Universität lehrende Professor bestätigte die Einschätzung eines amerikanischen Kollegen, "daß unsere heutigen Chips in 20 Jahren nur noch müde als Microbratpfannen belächelt werden".

Bei aller spürbaren Begeisterung für seinen Forschungsbereich und die bereits erzielten Ergebnisse nannte Fißan auch die Gefahren: "Robotik, Gentechnik und Nanotechnologie machen den Menschen zur bedrohten Art." Man dürfe die Gefahren von in Massen produzierten Nanopartikeln nicht unterschätzen. Beim Einatmen könnten sie bis in die feinsten Bereiche der Lunge vordringen und so in Blutbahn und Körperzellen gelangen. Genaue Untersuchungen von Rußpartikeln aus Dieselfahrzeugen hätten das bereits erwiesen. Auf der anderen Seite stünden wiederum Erfolge bei der Bekämpfung von Krebs mit Hilfe von Nanopartikeln.

Alt-Immobilien sind auf dem Vormarsch

300 Besucher sahen Ausstellung in der Sparkasse

MOERS. Das Interesse junger Leute am Kauf neuer Häuser steht zwar im Vordergrund, aber zunehmend beobachtet der Immobilien-Service der Sparkasse Moers, daß betagtere Kunden ihr älteres Häuschen zum Kauf anbieten. Sie wollen sich "kleiner" setzen, weil ihnen die Pflege eines großen Wohnbereichs zunehmend Mühe bereitet.

Oft scheuen sie auch die Gartenarbeit. Einen Überblick über sein breites Angebot verschaffte der Immobilien-Service zuletzt rund 300 Besuchern in einer Ausstellung in der Kundenhalle der Sparkassen-Hauptstelle am Ostring.

Über 500 Objekte hat die Fachabteilung des Kreditinstituts anzubieten. Detaillierte Auskünfte wurden auf fünf Messewänden und 26 Schautafeln, aber auch persönlich durch das siebenköpfige Team der "Immo" vermittelt. Teile der Ausstellung werden in der nächsten Zeit, je nach Lage der Objekte, in den Geschäftsstellen Kapellen, Repelen, Asberg, Schwafheim und Sonsbeck gezeigt.

Neue und ältere Häuser bilden der Schwerpunkt, zudem können Eigentumswohnungen in einer Größenordnung von 47 bis 127 Quadratmetern erworben werden.

Viele Informationen über die Immobilien-Palette liefert eine farbige Broschüre, die künftig vierteljährlich aktualisiert wird. Die Mitarbeiter beim Immobilien-Service, der 1999 Objekte im Wert von über 65 Millionen Mark verkaufte, stehen Interessenten auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten zur Verfügung. Nähere Informationen unter Tel. 02841/206363.

Für 50 Euro aus dem “Jungheits See “ trinken

Gemalte Kinderbilder: Kalender 2001 der Sparkasse

MOERS. Der Traum von der ewigen Jugend ist älter als der älteste Kalender der Welt. Im jüngsten Kalender der Sparkasse Moers, den das Kreditinstitut in jedem Jahr gratis an seine Kunden weitergibt, gibt diese Vision dem Dezember 2001 Farbe.

Die dritten Schuljahre von elf Grundschulen im Geschäftsgebiet der Sparkasse Moers hatten sich an einem Malwettbewerb für den Kalender beteiligt. Unter mehr als 300 Einsendungen zum Thema "Meine Welt heute und im Jahr 2050" hatte die Jury die Qual der Wahl. "Die Auswahl fiel nicht leicht, eigentlich hätten es alle eingesandten Bilder verdient, in unserem Kalender Platz zu finden", so Marketingdirektor Manfred Falz.

20.000 Exemplare in 32 Geschäftsstellen

Mit Wasserfarben, Filz- und Buntstiften brachten die Kinder ihre heutige Erfahrungswelt und ihre Vorstellungen von der Zukunft zu Papier. Im Kunstunterricht sowie an eigens veranstalteten Projekttagen betrachteten sie das Thema außerdem unter verschiedenen Aspekten wie "Meine Stadt", "Ich", "Meine Sparkasse", "Mein Traumhaus" oder "Tiere". Im April wundert sich eine noch zaghafte Sonne über das Phantasietier von Simon Hilbig mit Elefantenkopf, Giraffenhals, Fliegenleib und Tiegerfüßen. Dem August verleiht Ibrahim Hititis "Freund" das Gesicht. Und Michelle Schernus zeigt im Dezember ein jugendliches Bild des Jahres 2050. Für 50 Euro kann dort jeder ein Glas Wasser aus dem "Jungheits See" trinken.

Die Kalender für Kunden der Sparkasse Moers lagen in allen 32 Geschäftsstellen zwischen Moers und Xanten zur kostenlosen Abholung bereit. Die druckfrischen Exemplare erhielten selbstverständlich die kleinen Künstler, die die Sparkasse in ihr Casino zu Kakao und Kuchen eingeladen hatte. Das neu gewählte Hochformat verdankt der Kalender zahlreichen Anregungen aus dem Kundenkreis. Manfred Falz. "Handschriftliche Eintragungen sind jetzt eher möglich." Der Kalender liegt in einer Auflage von 20.000 Stück vor.

Beste Aufnahme mit einer 60 Jahre alten Kamera

Schüler nahmen "Stadtzeichen" vor die Linse

MOERS. Obwohl sie zum Teil mehrere Meter groß sind, übersieht manch zufälliger Passant die Skulpturen des Künstlers Paul Fuchs. "Im Stadtbild und vor Hausfassaden gehen die Kunstwerke leicht unter", sagt Frank Schäfer, Lehrer am Gymnasium Filder Benden. Sieben weiterführende Schulen in Moers hatten sich am Foto-Wettbewerb der Rheinischen Post beteiligt. Die Schülerinnen und Schüler nahmen die ausladenden Skulpturen vor ihre Linsen, manche bearbeiteten sie zudem im Computer. Unter 60 eingereichten Fotos hatte die Jury die Qual der Wahl.

Zwei Nachmittage

Astrid Goertz und Nadine Neuse aus der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums Filder Benden strahlten, als ihnen RP-Kulturredakteurin Irmgard Bernrieder bei der Ausstellungseröffnung den ersten Preis überreichte. Mit einer rund 60 Jahre alten russischen Panoramakamera war ihnen aus Sicht der Jury die schönste Aufnahme gelungen. Betreut hatte die Arbeit Literatur-Lehrer Frank Schäfer: "Vorab waren wir die Geschichtsstationen in der Innenstadt abgegangen und die Schülerinnen hatten den Auftrag, darüber Referate zu halten." Für die tollen schwarz-weiß Aufnahmen nahmen sich die beiden Gewinnerinnen zusätzlich zwei Nachmittage Zeit. Astrid Goertz: "Mit der Panoramakamera konnten wir besonders gut die Höhe und Weite der Skulpturen einfangen."

Völlig anders näherten sich die Schülerinnen des Grafschafter Gymnasiums der Ausstellung "Stadtzeichen". Sie machten einzelne, kleinere Aufnahmen und bearbeiteten sie im Computer nach. Im Kunstunterricht und nach einem Schnellkurs im hauseigenen Fotolabor entstanden daraus Collagen, denen die Jury Platz zwei zuerkannte. Michel Janowski von der Aktion Kunstpunkte, die die Ausstellung organisiert hatte: "Das Phantastische ist, daß diese Collagen intuitiv Ideen von Paul Fuchs widerspiegeln, die dieser nie realisiert hat."

Platz drei ging an die Kunstklasse von Chris Stanley am Gymnasium Rheinkamp. Seine Schüler hatten die Groß-Skulpturen ausnahmslos gegen den Himmel photografiert und anschließend im Computer bearbeitet. "So entstanden Fotos von einem dramatischen Himmel mit Kunst über Moers", so Stanley.

Herzlich bedankten sich Irmgard Bernrieder und Professor Pankoke bei den Schülerinnen und Schülern für deren Teilnahme. Die Moerser Comuterfirma Detronik hatte für die ersten drei Preisträger Software gesponsort. Die Sparkasse Moers unterstützte den Fotowettbewerb der Rheinischen Post, nachdem ihre Kulturstiftung die Paul Fuchs Ausstellung "Stadtzeichen" als Hauptsponsor mit 30.000 Mark erst möglich gemacht hatte.

Bessere Waschmaschinen dank kleiner Technik-Zwerge

Regierungspräsident bei den Universitätswochen

MOERS. Fachwissen, Leidenschaft und Witz prägte die Podiumsdiskussion zum Abschluß der 13. Universitätswochen in der Kundenhalle der Sparkasse Moers. Auch bei dieser Gelegenheit fand das sehr speziell klingende Thema "Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik" eine sehr anschauliche Auflösung.

Regierungspräsident Jürgen Büssow unterstrich vor über 200 Zuhörern, man rede über Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Es gebe bereits 83 namhafte Firmen im Regierungsbezirk, die Produkte auf der Basis von Nanotechnologie - winzigsten Materialien, die bis zu eine Million mal kleiner sind als ein Millimeter - herstellten.

Milchstraßen im Kleinsten

Von "Zwergenwelt" und "Milchstraßen im Kleinsten" war die Rede, von revolutionären industriellen Nutzanwendungen, aber auch von günstigen Rahmenbedingungen, die die Politik für innovative mittelständische Unternehmen schaffen müsse. Dafür wolle er sich einsetzen, so der Regierungspräsident, der bereits vor einigen Jahren eine Nanotechnologie-Initiative unter dem Titel "Nannoguide" ins Leben gerufen hat, zu der es in Duisburg regelmäßig eine Veranstaltungsreihe gibt.

Zum "Nano-Papst" wollte sich Büssow von Moderator Rüdiger Oppers (WDR) nicht machen lassen. Gleichwohl könne er sich für den Transfer Hochschule/Wirtschaft stark machen und für eine bessere schulische Ausbildung im Bereich der Ingenieur- und Naturwissenschaften.

Dr. Arne Claussen vom Wissenschaftszentrum NRW verwies auf sogenannte "Kompetenzzentren" u.a. in Aachen und Münster. Deutschland spiele in der Erforschung von Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik "noch" eine führende Rolle, in den USA aber würden schwindelerregend höhere Summen in die Förderung dieser Zukunftstechnologien investiert.

Professor Paul Roth von der Universität Duisburg machte beispielhaft auf die schwierige Herstellung von besonders haltbaren Keramik-Ventilen für Motoren auf der Basis der interdisziplinären Nanotechnologie aufmerksam, aber auch auf die Grenzen, die die Ökonomie der Forschung immer wieder setze. "Wie teuer ist das überhaupt in der Herstellung?"

Das war das Stichwort für einen "Visionär aus dem Ruhrpott", wie sich der Dortmunder Unternehmer Hanns Rump selbst bezeichnete. Wissenschaft alleine sei Luxus. Es sei die Pflicht der Wirtschaft, Geld zu verdienen. In der Tat macht Rump mit der "Nano-Zwergenwelt" (Oppers) Millionenumsätze. "Wir stellen Sensoren her, die Klimaanlagen in Autos steuern. Früher war das die Domäne der Japaner." Und warum Waschmaschinen heute besser waschen als früher? Rump: "Da sind die kleinen Zwerge drin."

Ritt auf dem Tiger

Der Dortmunder Unternehmer forderte leidenschaftlich von Bänkern, Behörden und der Politik mehr Risikobereitschaft, Zukunftstechnologien zu fördern. "Wir brauchen Visionen, notfalls den Ritt auf dem Tiger - sonst können wir uns nicht vorwärts bewegen!"

Viele Fragen aus dem Zuhörerkreis schlossen sich noch an. Der Rektor der Uni Duisburg machte dem Moerser Publikum ein großes Kompliment: "Solche Diskussionsfreude hätten wir öfter gerne auch in der Universität." Hartmut Schulz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Moers, lud bereits zu den 14. Moerser Universitätswochen im Oktober 2001 ein. "Diese Erfolgsstory verlangt nach weiteren Kapiteln!"

Virtuose Skulpturen und Objekte mit persönlicher Aussage liegen vorne

Kunstpreis / Hochkarätige Jury sichtete 93 Einsendungen

MOERS. Überrascht zeigte sich die hochkarätige Jury, die über die Jahresausstellung 2000 der Region Niederrhein sowie über die Vergabe des Moerser Kunstpreises entscheiden mußte. Bei ihrem ersten Treffen im Gebäude der Volkshochschule sichteten die fünf anerkannten Kunstsachverständigen insgesamt 93 Bewerbungen zum Thema "Bildhauerei und Objektkunst".

Dr. Christoph Brockhaus, Direktor des Duisburger Wilhelm-Lehmbruck-Museums: "Die Fotos der eingesandten Arbeiten spiegeln eine große Bandbreite im Bereich von Skulptur und Objektkunst wieder."Gleichzeitig stellte die in Abstimmung mit dem NRW-Kulturministerium berufene Jury "einen deutlichen Qualitätsunterschied" im Blick auf die Bewerber und ihre Werke fest.

Überraschend viele Berwerbungen

Auffallend sei, so Brockhaus, "daß sich kaum arrivierte Künstler um einen solchen Preis bewerben". Frank van de Schoor, Kurator für moderne Kunst des Museums Het Valkhof in Nijmegen: "Die Zurückhaltung der Großen dieses Genres läßt Raum für Aktualität und gibt dem nicht so bekannten Nachwuchs eine Chance." Gemeinsam mit den drei anderen Jurymitgliedern Fritz-Theo Mennicken, Stiftung Kunst und Kultur, Düsseldorf, Dr. Hannelore Kersting, Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach, und Dr. Uwe Rüth vom Skulpturenmuseum Glaskasten in Marl betonten Brockhaus und van de Schoor, daß zudem die hohe Zahl der Bewerbungen eine Überraschung sei.

Wonach suchen nun fünf bekannte Kenner und kritische Sachverständige, wenn sie sich den auf langen Tischen angeordneten Fotos nähern, die Werke von zum Teil unbekannten Künstlern zeigen. Dr. Brockhaus: "Ich suche nach der persönlichen Aussage, nach Authentizität." Frank van de Schoor: "Es ist nicht die Suche nach einem bestimmten Aspekt." Dafür sei der künstlerische Bereich von Skulptur und Objekt viel zu weit gefächert. Stil und Inhalt, so van de Schoor, lägen zum Teil weit auseinander.

So lobten die Jurymitglieder beispielsweise den vituosen Umgang zahlreicher Künstler vom Niederrhein mit unterschiedlichen Materialien. Dr. Uwe Rüth: "Hier sind zum Teil ganz unterschiedliche Medien miteinander gemischt worden." Einigkeit herrschte darüber, daß "über das solide Handwerk hinaus erst künstlerische Kreativität und Individualität einem Werk Klasse verleihen".

Bei ihrem ersten Treffen wählte die Jury insgesamt 26 Einsendungen aus. Die Jahresausstellung 2000 mit den von der Jury ausgewählten Objekten wurde am 12. November 2000 eröffnet. Am gleichen Tag erhielt der Preisträger des Moerser Kunstpreises 2000.,Oscar Prinsen, seine Urkunde. Er erhielt von der Kulturstiftung Sparkasse Moers 10.000 Mark.

Xantenerin war meisterlich in ihrer ersten “Hosenrolle“

"Orpheus und Eurydike" im Kulturzentrum Rheinkamp

MOERS. Großer Beifall für die Mitwirkenden in der konzertanten Aufführung der Gluck-Oper "Orpheus und Eurydike" im gut besuchten Kulturzentrum Rheinkamp. Besonders gefiel die Xantenerin Dorothe Ingenfeld, die in ihrer ersten Hosenrolle die Solo-Rolle des Orpheus übernommen hatte und erfrischende Akzente setzte.

Die Leitung des großen Projektes, einem Sonderkonzert der Kulturstiftung Sparkasse Moers, lag in Händen von Christiane Schumann, versierter Dirigent war der Moerser Bernd Hänschke.

Über 40 Opern

Mehr als 40 Opern hat Christoph Willibald von Gluck (1714 - 1787) geschaffen. Vor allem die italienische Urfassung der 1762 in Wien herausgebrachten Oper "Orfeo et Euridice" und deren 1774 für Paris abgeänderte Fassung des bekannten antiken Sagenstoffes hat sich über die Jahrhunderte erfolgreich im Repertoire gehalten. Auf beide Partituren greift die - für die Aufführung in Moers verwendete - Vorlage zurück, die von Alfred Dörffel bearbeitet wurde.

Auch die sichere Intonation von Kerstin Maria Wüller (Eurydike) wurde vom Publikum honoriert; als Amor präsentierte sich in der dritten Solo-Rolle die Sopranistin Konstanze Ruttloff.

Die feine Begleitung besorgte die Orpheus-Sinfonietta, während die Kantorei der Friedenskirche Oestrum sehr angemessen die Chorpartien darbot. Karl-Heinz Tenter, Vorstandsmitglied der Sparkasse, formulierte vor dem Publikum die Intention der Kulturstiftung seines Hause: Bereicherung der Moerser Kulturszene. Der Beifall der Zuhörer war später die beste Bestätigung dafür, daß das gesteckte Ziel erreicht wurde.

Menü