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Frank Hoster ist Anlageexperte bei der Sparkasse am Niederrhein.

NIEDERRHEIN. Für kurze Zeit schien es so, als würden Aktienanleger wieder stärker auf Risiken achten. Inzwischen sind sie jedoch offenbar in den Sorglos-Modus zurückgekehrt. Ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass der Aktienmarkt wenig Volatilität zeigt. Das war schon immer ein Barometer dafür, dass Investoren wenig Risiko befürchten. Zunehmende geopolitische Risiken und der schwelende Handelskonflikt werden ebenso ausgeblendet wie anziehende Renditen bei Staatsanleihen und rückläufige Frühindikatoren.

Ein alter Börsen-Schnack sagt: "Sell in May", verkaufe im Mai. Warum? Im Mai beginnt erfahrungsgemäß der schlechteste Sechsmonatszeitraum. Rückrechnungen der Helaba bis zum Jahr 1965 zeigen, dass der DAX im Zeitraum von Mai bis Oktober eine signifikant niedrigere Performance aufweist als zwischen November und April. Ähnliche Saisonmuster sind übrigens auch bei vielen anderen Börsenbarometern zu beobachten. In diesem Jahr hatten die meisten Aktienindizes bereits im Januar ihr Hoch ausgebildet und bis Ende März korrigiert. Heißt das nun eher: „Buy in May“, also kaufen?

Die Helaba hat vergleichbare saisonale Konstellationen der vergangenen mehr als 50 Jahre untersucht und herausgefunden, dass nach einer negativen Performance bis Ende April der Sechsmonatszeitraum von Mai bis Oktober im Durchschnitt aller Jahre noch deutlich schlechter abschnitt (-6,7 Prozent). Der Blick auf Konjunktur und Unternehmensgewinne sowie die Bewertung bestätigt das. Frühindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima geben schon seit Monaten nach. Und auch hier zeigt der Rückblick der Helaba in die sechziger Jahre, dass der DAX in diesem Zyklusstadium im Durchschnitt Kursrückgänge verzeichnete.

Die leicht positive Zwischenberichtssaison für die Unternehmen dies- und jenseits des Atlantiks im ersten Quartal ändert daran nichts. Weltweit ist eine nachlassende Dynamik positiver Gewinnrevisionen zu beobachten. Zugleich ist die Bewertung alles andere als attraktiv. Sowohl Euro- als auch US-Titel bewegen sich gegenwärtig am oberen Rand des langfristigen Normalbandes und sind damit eher als teuer zu bezeichnen. Wirklich Nachhaltiges lässt sich also auch hier nicht ableiten. Im Gegenteil: Ohne eine wirkliche Bereinigung drohen Aktien bald schon wieder zu überhitzen. Mehr als ein Strohfeuer war die kurze Zwischenerholung also kaum. Konjunkturzyklus und Saisonmuster sprechen dafür, dass die Schwächephase noch bis Herbst anhalten wird.

Autor Frank Hoster ist Anlageexperte bei der Sparkasse am Niederrhein.

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23.5.2018

 

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