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Sparkassenvorstand besuchte die Schuldnerberatung

Sparkassenvorstand Giovanni Malaponti (v.l.n.r.) im Gespräch mit Schuldnerberater Gerhard Duda und Diakonie-Geschäftsführer Dietrich Mehnert. In Moers, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg gibt es viele überschuldete Menschen, die manchmal nicht mehr wissen, wie sie die Miete, den Strom oder das Essen bezahlen können.

Sparkassenvorstand Giovanni Malaponti (v.l.n.r.) im Gespräch mit Schuldnerberater Gerhard Duda und Diakonie-Geschäftsführer Dietrich Mehnert. In Moers, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg gibt es viele überschuldete Menschen, die manchmal nicht mehr wissen, wie sie die Miete, den Strom oder das Essen bezahlen können.

NIEDERRHEIN. 6,7 Millionen Menschen in Deutschland haben nachhaltige Zahlungsschwierigkeiten, so der aktuelle Schuldner-Atlas von Creditreform. Hinter den Zahlen verbergen sich immer persönliche Schicksale, weiß Gerhard Duda. Seit über 30 Jahren arbeitet der gelernte Sozialarbeiter und Finanzwirt in der Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes. „Wer zu mir kommt, hat zumeist den Überblick über seine Misere verloren“, so Gerhard Duda. Wie der Mann, der zwei Plastiktüten und einen Wäschekorb voller Rechnungen und Mahnungen mitbrachte – die meisten davon ungeöffnet. Gerhard Duda: „Zugegeben, eine extremes Beispiel, aber wer in der Schuldenflut unterzugehen droht, ist verzweifelt und schaltet aus Angst einfach ab.“

40.000 Euro Schulden haben sich durchschnittlich bei jedem Ratsuchenden angesammelt, bevor er den Weg in eine der Beratungsstellen der Diakonie in Moers, Neukirchen-Vluyn oder Rheinberg findet. Allein im vorigen Jahr haben Gerhard Duda und seine Kollegen insgesamt 1259 Menschen dabei geholfen, ihr Finanz-Chaos zu ordnen, die Schulden zu regulieren und dem Leben wieder eine Perspektive zu geben. Gerhard Duda: „Unsere Beratung ist kostenlos, hinterfragt die Ursachen der Probleme und ist darauf ausgerichtet, eine neue Verschuldung zu vermeiden.“ Alles in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter sowie Beratungsstellen im Kreis Wesel. Die ersten Schritte konzentrieren sich auf die Existenzsicherung: Wohnung, Strom und Lebensmittel.

Anschließend könne es auch mal über zwei Jahre dauern, bis das Wirrwarr lückenlos recherchiert und ein Finanzplan aufgestellt sei. Gerhard Duda: „Etwa jeder zweite Ratsuchende benötigt zudem ein Insolvenzverfahren, Tendenz steigend.“ Auf Einladung von Geschäftsführer Dietrich Mehnert informierte sich jetzt Sparkassenchef Giovanni Malaponti über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe. Die Sparkasse am Niederrhein unterstützt die Schuldnerberatungsstellen in ihrem Geschäftsgebiet mit jährlich rund 39.000 Euro. „Die häufigsten Gründe für eine Überschuldung sind immer noch Arbeitslosigkeit, Scheidung und Krankheit“, so Gerhard Duda. Erst danach käme der sorglose Umgang mit Konsumkrediten. „Ihre Berater ziehen die Grenze an der richtigen Stelle“, bescheinigt der Experte der Sparkasse am Niederrhein eine verantwortungsvolle Kreditvergabe.

Doch da, wo das nicht geschehe, würde es vielen einfach zu leicht gemacht, Kredite aufzunehmen. Könnten die nicht zurückgezahlt werden, trieben dubiose Kreditvermittler und Banken mit vermeintlich hilfreichen Umschuldungsangeboten die Hilfebedürftigen noch tiefer in die Schulden-Spirale. Gerhard Duda: „Die Folgen sind Miet- und Energiekosten-Rückstände, Alarmstufe Rot.“ Was in solchen Fällen erst einmal wieder Luft zum Atmen verschaffe, sei die Umwandlung des Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto. Auch Giovanni Malaponti begrüßt den gesetzlichen Anspruch auf ein P-Konto: „Statt wie ein Bittsteller am Schalter zu stehen, kann der Kunde über seinen unpfändbaren Freibetrag verfügen, beispielsweise am Geldautomaten.“

Die Schuldnerberatungsstellen des Diakonischen Werkes:
Moers, Gabelsberger Str. 2, 02841 100165
Neukirchen-Vluyn, Vluyner Platz 18a, 02845 21653
Rheinberg, Rheinstr. 44, 02843 903630

Weitere Informationen unter www.kirche-moers.de und dort den Suchbegriff „Schuldnerberatung“ eingeben.

3.3.2016

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Zur Internetseite der Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Moers

 

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