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Goldener Pinguin geht nach Berlin

MOERS. „Das Stück hat eine wahre Geschichte in tiefgreifender Weise umgesetzt.“ So lautet die Begründung der Jury für die Vergabe des Preises im Rahmen der Penguin´s Days – die Jugend-Theatertage für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben. Der „Goldene Pinguin“, dotiert mit 1.500 Euro, ging an Schauspieler und Regisseur Holger Franke vom Rote Grütze Theater Berlin und Harun Rashid für das Stück „Zum Beispiel Harim“. Dazu Jury-Sprecher Jens Hendrik Mechmann (16): „Durch die hervorragende Darstellung gelang es dem Schauspieler in beeindruckender Weise sowohl in die Rolle der Täter, der Opfer und auch der `Weggucker` zu schlüpfen. So hat er auf eindringliche Weise die Entstehung der Gewaltbereitschaft dargestellt.“

Wahre Geschichte

Ein Erlebnis des heute neunzehnjährigen Harun gab die Idee zum Stück. Er ist vor fünf Jahren an einem See bei Halbe in Brandenburg von Rechtsradikalen eine Stunde lang verprügelt und gedemütigt worden. Durch das Medieninteresse an der Straftat und dem Prozess ist der Regisseur Holger Franke auf die Geschichte aufmerksam geworden. Er erinnerte sich an ähnliche Erlebnisse aus seiner Jugend und wollte das Thema als Theaterstück umsetzen. Gemeinsam mit Harun hat er das Drehbuch entwickelt. „Die Arbeit war für mich die beste Therapie“, erklärt Harun. „Es hat mir Mut und Kraft gegeben.“ Durch die Inszenierung wollen die beiden ermuntern, bei Gewalt nicht weg zu schauen, sondern die Augen aufzumachen. „Denn dazu sind sie da“, so Harun.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Ute-Maria Schmitz und Manfred Falz, Marketingleiter der Sparkasse am Niederrhein, übergaben den Preis. „Es schön, daß die Sparkasse bereits im elften Jahr durch ihr finanzielles Engagement die Jugend-Theatertage möglich macht“, so Ute-Maria Schmitz. Einen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro überreichten sie an Heinz Diedenhofen für „Gefühlsecht“. „Daß die Prämierung von einer jugendlichen Jury kommt, finde ich toll. Gerade weil mein Stück eher minimal ausgelegt ist“, so Diedenhofen. Darin geht es um Robbi, der nach einer feucht-fröhlichen Nacht Panik hat, sich mit AIDS infiziert zu haben. „Das schwierige Thema ist ernsthaft, interessant und zugleich amüsant umgesetzt worden“, lobt die Jury in ihrer Begründung.

Viel geredet, nichts gesagt

Ein Teil der offiziellen Preisübergabe war die Präsentation des Kreativ-Projekts zum Thema „Gewalt gegen sich – Gewalt gegen andere“. Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule haben ihre Vorstellungen zu der Problematik in ein Theaterstück verpackt. So stellten die Nachwuchsschauspielerinnen und -spieler Szenen zur Drogensucht und deren Folgen dar. Auch die heutige Handy-Manie persiflierten die Siebtklässler - frei nach dem Motto: „Viel geredet, nichts gesagt.“ Der Ausländerbeirat unterstützt das Kreativ-Projekt in jedem Jahr finanziell.

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