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Umbauarbeiten für Wach-Koma-Station im Marienstift

ALPEN. Bis Körper und Geist eine Vollnarkose ganz verarbeitet haben, vergeht mitunter ein Jahr. "Der Zustand von Wach-Koma-Patienten ist dem Gefühl vergleichbar, das man hat, wenn man aus einer Narkose erwacht. Es dauert nur viel, viel länger." Schwester Gabriele Hermsen ist die Pflegedienstleiterin des Marienstiftes in Alpen.

Ab Juni 2001 soll es dort 13 stationäre Pflegeplätze für Wach-Koma-Patienten geben. Die Umbauarbeiten in dem Altbautrakt, der früher einen Operationssaal und die Wöchnerinnen-Station beherbergt hat, laufen auf Hochtouren. "Wir haben regelmäßig Anfragen aus umliegenden Krankenhäusern, wann wir mit unserer Station fertig sind", so Roland Schein, der Leiter des Marienstiftes.

Vertraute Umgebung ist wichtig

Der Bedarf an diesen besonderen Pflegeplätzen, die sowohl speziell geschultes Personal als auch ein genau auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmtes Umfeld erfordern, ist hoch. Schwester Gabriele: "Es gibt nicht den Wach-Koma-Patienten, die Wachheitsgrade sowie die körperlichen und geistigen Zustände der Betroffenen jeden Alters können mitunter extrem unterschiedlich sein." Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen seien üblicherweise nicht auf die langfristige Aufnahme von Wach-Koma-Patienten eingerichtet. In Alpen werden sich zukünftig neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung Musik-, Kunst- und Ergotherapeuten um die Patienten kümmern.

"Noch ist das Krankheitsbild nicht vollständig wissenschaftlich erforscht", so Schwester Gabriele. Dennoch weiß man, daß Wach-Koma-Patienten sehr sensibel auf ihre Umwelt reagieren. Die sie umgebenden Ärzte, das Pflegepersonal und natürlich die Verwandten müßten das berücksichtigen. Ebenso wichtig sei eine vertraute Umgebung, wo es bereits als störend empfunden werden kann, wenn ein bestimmtes Kissen oder ein Bild an der Wand nicht da sind.

Derzeit verzögern die in dem Altbau dringend notwendigen Brandschutzmaßnahmen den raschen Fortgang der Umbauarbeiten. Noch hängen Kabel von der Decke, und Wände warten darauf, eingerissen oder versetzt zu werden. Roland Schein: "Wir wollen sowohl für die Patienten als auch für die Angehörigen eine Atmosphäre schaffen, in der man sich wohlfühlen kann." Zu einem Besuch auf der Baustelle brachte der Alpener Filialdirektor der Sparkasse Moers, Karl-Heinz Pilling, jetzt einen Scheck über 3000 Mark mit. Es ist der Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken bei der diesjährigen Spendenausschüttung des Kreditinstitutes an örtliche Vereine und Verbände. Das Geld fließt in die Gestaltung der neuen Station.

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