Sonsbeck: "13plus" betreut Schüler der 5. und 6. Klassen

SONSBECK. An manchen Tagen tauscht Lisa Voldenberg nach dem letzten Gong ihren Schulranzen mit der Kochschürze. Die Schülerin der S'Grootenschule ist eines von 15 Kindern, die ein neues Angebot der evangelischen Kirchengemeinde unter dem Namen "13plus" im Wiechernhaus nutzen. ."13plus" stellt die Betreuung von Schulkindern sicher, deren Eltern mittags nicht zu Hause sind", so Gemeinepfarrer Karlo von Zimmermann. Die Kinder der fünften und sechsten Klassen kochen und essen zusammen, machen die Hausaufgaben und spielen, bevor sie am Nachmittag nach Hause gehen.

Umbau des Dachgeschosses

Möglich wurde die Über-Mittag-Betreuung in dem 1903 erbauten Haus der evangelischen Kirchengemeinde erst durch einen kompletten Um- und Ausbau des Dachgeschosses. "Als ich zum ersten Mal hier oben war, hätte ich nie gedacht, daß daraus ein so schöner und funktioneller Raum werden könnte", so Pfarrer Zimmermann. Der frühere Bauamtsleiter Heinrich Mummert hatte die Planungen für die Gemeinde kostenlos gemacht und auch den Umbau überwacht. Verschiedene Sonsbecker Firmen, darunter die Schreinerei Ten Elsen, berechneten viele ihrer erbrachten Leistungen gar nicht.

Dennoch kostete die Baumaßnahme rund 75.000 Mark. 20.000 Mark davon schoß die Sparkasse Moers zu. Weitere 20.000 Mark, die nach Abschluß einer Spenden-Aktion in der Kirchengemeinde offen bleiben könnten, würde die Gemeinde Sonsbeck übernehmen. Bürgermeister Leo Giesbers: "Wir haben uns im Gemeinderat einstimmig für dieses tolle Angebot ausgesprochen." Nach Sonsbeck geholt hatte die Idee der Leiter der S'Grootenschule, Erich Nabbefeld. Er griff damit die Initiative "13plus" der Landesregierung auf, die sich auf Schüler der fünften und sechsten Klassen bezieht, die nicht die Möglichkeit haben, eine Ganztagsschule zu besuchen und deren Eltern bis nachmittags berufstätig sind.

Erzieherin Melanie Mohn und Köchin Miriam Börst sorgen für sinnvolle Freizeitgestaltung und abwechslungsreiche Kost. "Die Kinder helfen abwechselnd beim Kochen", so Miriam Börst. Diesmal war die Reihe an Lisa Voldenberg, die gerne bei der Zubereitung ihres Lieblingsgerichtes Lasagne für 17 hungrige Kinder half. Die ersten Kinder kommen um 12 Uhr, doch erst wenn alle da sind, wird gegessen und vorher gebetet. Pfarrer Zimmermann: "Wir verstehen das Angebot ausdrücklich als ökumenisch."