Zum dritten Mal: "Innovationspreise Mechatronik"

NIEDERRHEIN. Die Partnerschaft zwischen Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und Sparkasse Moers, seit über zehn Jahren insbesondere dokumentiert durch die gemeinsam ausgerichteten Universitätstage in der Grafenstadt, erhielt 1997 eine weitere Variante: Auf Vorschlag des Fördervereins für das in Moers angesiedelte An-Institut für Mechatronik (IMECH) beschloß der Vorstand des Kreditinstituts, alljährlich "Innovationspreise Mechatronik" auszuschreiben. Es handelt sich dabei um zwei Preise, die jeweils mit 2500 Mark dotiert sind. Diesmal waren sich Gutachter, Förderverein und Vorstand der Sparkasse darin einig, die Preise 1999 Dr.-Ing. Martin Anantharaman und Dipl.-Ing. Martin Post zuzuerkennen.

Profitieren vom Know-How

Neben der Förderung hervorragender und anwendungsbezogener Arbeit auf dem Gebiet der Mechatronik (interdisziplinärer Bereich aus Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik) liegt dem Kreditinstitut ein weiterer Beitrag zur Verknüpfung der Universität mit den Unternehmen in der Region am Herzen. Vorstandsmitglied Karl-Heinz Tenter, auch Schatzmeister im IMECH-Förderverein: "Mittelständische Firmen sollen profitieren vom Know-How der Uni und ihrer An-Institute und konkrete Anstöße zu Fertigung und Vertrieb innovativer Produkte erhalten."

Die Innovationspreise 1999 wurden offiziell im Rahmen der Universitätstage in Moers am 12. Oktober 2000 übergeben.

Martin Anantharamans Dissertation mit dem Titel "Hybride Verfahren für komplexe Mehrkörpersysteme" erhielt im Prüfungsverfahren die bestmögliche Beurteilung "mit Auszeichnung". Die Arbeit behandelt die Modellbildung und Simulation mechatronischer Mehrkörpersysteme, die aus starren und elastischen Teilkörpern bestehen. Für komplizierte Maschinen, etwa Fahrzeuge oder Roboter, können die Funktionen bereits im Rechner nachgewiesen werden, bevor es einen realen Prototypen gibt. Anantharaman hat ein Programmpaket erstellt, das inzwischen in mehreren Industrieprojekten seine Effizienz nachhaltig unter Beweis gestellt hat.

Die gewürdigte Diplomarbeit von Martin Post ("Weiterentwicklung und Implementierung einer Profilvorsteuerung für Warmbandwalzanlagen auf der Basis der Fuzzy-Technologie") bietet eine erhebliche Erneuerung bei der Automatisierung von Warmbandwalzstraßen, die erhebliche Kosteneinsparungen zur Folge hat. Dabei geht es um die Beeinflussung der Arbeitswalzen durch gezieltes Kühlen bei gleichzeitiger extremer Genauigkeitskontrolle der Banddicke. Post arbeitete beim Verfassen der Diplomarbeit mit den Firmen Siemens und Thyssen-Krupp Strahl zusammen. Die Ergebnisse wurden von der Firma Siemens zum Patent angemeldet.

Für wen gilt der Wettbewerb?

Zugelassen zum Wettbewerb "Innovationspreise Mechatronik", der nun bereits in seine vierte Runde geht, werden alle Studien-, Magister- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen mit der Beurteilung "sehr gut". Es sind auch Bewerbungen aus den Naturwissenschaften, den Kultur- und Geisteswissenschaften erwünscht, wenn die vorgelegten Arbeiten einen direkten Bezug zur Mechatronik haben und anwendungsbezogene Probleme behandeln. Bewerben können sich alle Studierenden der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg.